Im Rückblick würde man sagen: Aller Anfang ist schwer. Mit gerade einmal 21 Jahren musste Karl Hasenöhrl den Familienbetrieb Hasenöhrl mit 80 Mitarbeitern im österreichischen St. Panteleon ohne umfassende Managementkenntnisse übernehmen – sein Vater und Firmengründer Otto Hasenöhrl war schwer erkrankt. Daher galt es, Studienpläne zurückzustecken, die er nach seiner Tiefbauausbildung an der Höheren Technischen Lehranstalt hatte. Intensiv und mit vollem Einsatz kümmerte sich Karl Hasenöhrl als Berufsanfänger um das Familienunternehmen, damit die Arbeitsplätze erhalten werden konnten und er von Kunden in jungen Jahren akzeptiert wurde – das Arbeitspensum ist heute nicht weniger geworden, auch wenn ihn zwei Geschäftsführer unterstützen. Denn was der heute 60-jährige Bauunternehmer aus dem Familienbetrieb in den letzten Jahrzehnten gemacht hat, ist eine breit aufgestellte Firmengruppe mit 750 Mitarbeitern an acht Standorten in Ober- und Niederösterreich, die als Komplettanbieter für Bau, Abfall, Rohstoff und Transport immer wieder neue Wege geht und dabei auf moderne Technologien setzt, mit welchen Ressourcen effizient geschont werden.

Die Standbeine der Firma wurden dank kontinuierlichem Wachstumskurs in den 60 Jahren Unternehmensgeschichte stetig erweitert – das Angebot aus-gebaut: „Wir haben das Unternehmen weiterentwickelt und konnten Kunden gewinnen, die selbst gewachsen sind, sodass wir durch deren steigenden Be-darf auch die eigene Nachfrage erhöht haben“, erklärt Karl Hasenöhrl. Zu den Leistungen zählen der Abbruch, Tief-bau mit Erd- und Straßenbau inklusive Asphaltarbeiten und Außenanlagen – von der privaten Hauszufahrt bis zur Autobahn. Hinzu kommen der Kabel- und Wasserleitungsbau. Aktuell sind allein bis zu 90 Mitarbeiter mit dem Ausbau des Breitbandnetzes beschäftigt. Der Hochwasserschutzbau wird ebenfalls angeboten. Zu den weiteren Leistungen der Firmengruppe gehören umfassende Transporte, wofür Silofahrzeuge, Kipper und Tieflader sowie Absetz- und Abrollcontainerdienst zur Verfügung stehen. Die Abfallaufbereitung und Abfallentsorgung für Gewer-be und Industrie und die kommunale Hausmüllentsorgung bietet Hasenöhrl ebenfalls an. Straßen- und Hochdruckreinigung sowie Winterdienstarbeiten runden die angebotenen Dienstleistungen ab.

Auch dem Recycling von Baurestmassen sowie Recyclingbaustoffen widmet sich die Firmengruppe mit Akribie.
Ressourcen effizient schonen.

Baustoffe wie Sand, Kies, Schotter und Splitt produziert das Unternehmen selbst – genauso wie Transportbeton. Die Firmengruppe betreibt eine der modernsten Asphaltmischwerke Europas, die über 200 verschiedene Sorten Asphalt herstellen kann. Recyclingstoffe werden für den Asphalt im erhitzten Zustand zugegeben – damit wird eine Recyclingquote von bis zu 40 Prozent erreicht und damit die Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung best-möglich vorangetrieben. Energieintensiv ist die Asphaltproduktion allemal. „Hier haben wir bereits alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um Kosten zu sparen. Aber die Anlage benötigt neben Gas an die 800 000 Liter Heizöl. Preissteigerungen wirken sich hier massiv aus. So hohe Energiekosten gab es noch nie, seitdem ich in der Firma bin“, er-klärt der Bauunternehmer. Dabei musste er auch schon zu Beginn mit einer stockenden Weltwirtschaft aufgrund der Ölkrise kämpfen. Heute ist es wie-der die Energie, die Baufirmen wie Hasenöhrl vor große Herausforderungen stellt. Immer wieder ist der Unternehmer daher im engen Austausch mit seinen Lieferanten, um an Stellschrauben zu drehen, den Betrieb der Anlagen und Maschinen zu optimieren.
Aus dem einstigen Fuhrunternehmen ist auch ein Abbruchspezialist geworden. Die Abbruchsparte wurde soeben um einen neuen Cat Longfrontbagger 352 UHD verstärkt, um damit höhere Bauwerke rückbauen zu können. Auch dem Recycling von Baurestmassen so-wie Recyclingbaustoffen widmet sich die Firmengruppe mit Akribie – ein Be-reich, der immer weiter an Bedeutung gewinnt, um Ressourcen zu schonen. 250 000 Tonnen Bauschutt pro Jahr be-handelt allein die Firma Hasenöhrl und recycelt mit 600 000 Tonnen pro Jahr rund ein Zwanzigstel des gesamten österreichischen Bauschutts. Neben dem Deponiebau betreibt das Unternehmen 14 eigene Bodenaushub- und Baurestmassendeponien. „Die Entwicklung und Erforschung neuer und ressourcenschonender Produkte ist uns ein besonderes Anliegen. Ebenso wichtig sind die Rekultivierung unserer Kiesgruben und Deponien nach neuesten umwelt-relevanten Erkenntnissen“, so Karl Hasenöhrl.

Wie innovativ er dabei vorgeht, zeigt eine echte Zukunftstechnologie, die der Unternehmer in Zusammenarbeit mit der Universität Bratislava und der Bergbauhochschule Ostrava entwickelt hat: den sogenannten Öko-Beton. „Die Idee dafür kam mir auf einer Romreise, als ich das Pantheon besichtigte. Schon die Römer haben mit Zement gearbeitet. Ziegel wurde gemahlen und dann dazu-gegeben. Es ist ein einzigartiges Gebäu-de, das noch immer erhalten ist“, so Karl Hasenöhrl über das Bauwerk, das ihn zu dem Verfahren inspirierte, das nach drei Jahren Testphase zugelassen ist und sich der Unternehmer patentieren ließ. Dabei hatte er immer wieder gegen Widerstände zu kämpfen und musste den Beweis antreten, dass Baurestmassen wirtschaftlich wiederverwertet werden können. Mit einer neuen Recyclinganlage können bis zu 95 Prozent des Baustellenabbruchs aufbereitet werden, indem Alt-Beton oder Mauerwerksabbruch zerkleinert, gemahlen und gesiebt werden. Das so erzeugte Rezyklat wird im patentierten TriTech-Verfahren mit den Naturgesteinskörnungen verbunden und zu Recycling-Beton verarbeitet. Das Upcycling spart nicht nur Deponievolumen, sondern auch Primärrohstoffe, die anderweitig genutzt werden können. Auf vielen Hochbau-Baustellen wird der Öko-Beton, sofern es die Ausschreibung zulässt, daher längst eingesetzt. Nun gilt es, mehr und mehr Kunden von der Nachhaltigkeit zu überzeugen. Denn neben Ressourcenschonung erfüllt das Verfahren auch darüber hinaus nachhaltige Kriterien: Für die Produktion wird nicht Frisch-, sondern Regenwasser eingesetzt. Für den Betrieb der Recyclinganlagen sowie für die Herstellung des Öko-Betons wird Solarenergie verwendet. Dafür wurden die Standorte mit Fotovoltaikanlagen ausgestattet, mit denen auch 35 Elektrofahrzeuge geladen werden.

Regelmäßig wird auf die Reduktion des Treibstoffverbrauches geachtet, um CO2-Einsparungen zu erzielen. Hasenöhrl betreibt daher einen diesel-elektrischen Cat Kettendozer D6 XE und setzt Maschinen der neuesten Generation ein wie einen Cat Kettenbagger 330. „Wir müssen permanent wirtschaftlichere Lösungen finden, die gleichzeitig auch nachhaltiger sind“, so Karl Hasenöhrl über seinen Maschinenpark. Fotos: Zeppelin

Regelmäßig werden Geräte und Betriebsanlagen erneuert und auf die Reduktion des Treibstoffverbrauches und die Schonung von Ressourcen geachtet, um CO2-Einsparungen zu erzielen. Dazu wurde ein Cat Hybridbagger 336 EL mit einem Energierückgewinnungssystem gekauft und Baumaschinen mit konventionellen Dieselmotoren dadurch ersetzt. Hasenöhrl betreibt einen dieselelektrischen Cat Kettendozer D6 XE sowie einen Cat Radlader 966M XE und 972M XE mit stufenlosem, leistungsverzweigtem Getriebe. Auch bei anderen Geräten setzt die Unternehmensgruppe auf moderne und effiziente Technik, wie Cat Kettenbagger 323 und 330 der neuen Generation, die den Bestand an Baggern wie den Cat 323 ELRR, 326 FLN, 329 DL, 330 D/FLN, 330 DLR und 336 EL/LNH/FLXE ergänzen. „Wir müssen permanent wirtschaftlichere Lösungen finden, die gleichzeitig auch nachhaltiger sind“, so Karl Hasenöhrl.

Unternehmer Karl Hasenöhrl (links) mit Christoph Ohnmacht, Leiter der Niederlassung Linz von Zeppelin Österreich.

Das gilt ganz besonders für den Maschinenpark, der sich mit dem Wachstum der Firmengruppe vergrößert hat. Dazu zählen Cat Radlader 906, 907H, 950, 966 und 972 H/K/M XE, 980K sowie Cat Laderaupen 953B und 963D, Cat Mobilbagger M313 C/D und Umschlagbagger M322 DMH und Cat M3026MH oder ein Cat Dumper 730. An Cat Raupen kann die Firmengruppe die Modelle D6N LGP, D6T XTL, D6R und D6T LGP vorweisen. Da-bei fährt Karl Hasenöhrl einen klaren Kurs, der ganz auf Effizienz gerichtet ist: „Neue Geräte kommen auf die Baustelle, wo Leistung gebraucht wird. Bestandsmaschinen übernehmen Einsätze, wenn sie 500 Betriebsstunden im Jahr absolvieren müssen.“ Hierzu stehen Mitarbeiter der Firmengruppe in engem Austausch mit der Niederlassung Linz von Zeppelin Österreich. „Die Zusammenarbeit wird täglich gelebt. Gemeinsam versuchen wir, die Technik an die wachsenden Herausforderungen und gestellten Aufgaben anzupassen“, bestätigt Niederlassungsleiter Christoph Ohnmacht. Sich immer weiterentwickeln zu wollen, ist für Karl Hasenöhrl der Schlüssel für stetiges Wachstum.

Oktober 2022

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