Sieben auf einen Streich: So viele Newcomer der neuen Cat Mobilbagger-Generation M319 hielten Einzug bei EBG, der Endler Bauunternehmung GmbH. Ihr Betätigungsfeld ist der Leitungstief- und Kanalbau. In Tiefen bis sechs Meter im innerstädtischen Bereich heben die Baumaschinen Gräben für Versorgungsleitungen im Auftrag von Energieversorgern aus. Doch bis die passende Technik in der 19- bis 20-Tonnen-Klasse gefunden war, mit der das Unternehmen im schweren Leitungstiefbau seine Leistung bringen kann, wurden erst Anläufe mit Baumaschinen der kleineren Klasse unternommen, bis man sich dem Optimum nähern konnte. Dabei zahlten sich die elektrohydraulische Vorsteuerung und die verstärkte Zusatzhydraulik aus.

Betätigungsfeld der sieben Cat M319 bei EBG ist der Leitungstief- und Kanalbau. Fotos: Zeppelin

Vorausgegangen waren Tiefbauarbeiten, an denen sich erst Mobilbagger vom Typ Cat M317F versuchten. „Da wir vor allem in innerstädtischen Bereichen tätig sind, haben wir uns seit 2017 auf das Kurzheck fokussiert, da ein Mobilbagger mit dieser Bauweise besser mit den gestellten Aufgaben und Anforderungen zurechtkommt“, erklärt Christian Endler, der das Unter-nehmen seit 2017 als Geschäftsführender Gesellschafter zusammen mit dem Ge-schäftsführer Manfred Znidarec führt. Das war dann auch kein Problem, wenn mit Löffel, Greifer oder Hammer hantiert wurde – doch an die Grenzen kamen dann die Maschinen beim Rammen und Ziehen von Spundwänden. „Die hydraulische Leistung reichte für diese Arbeiten nicht aus“, meint Stephan Vogt, leiten-der Verkaufsrepräsentant der Zeppelin Niederlassung Neuss, der gefordert war, sich eine Lösung einfallen zu lassen. „Ein M318F hätte zwar die geforderte Hydraulikleistung erbracht, aber es fehlte das nötige Kurzheck. Mit dem neuen M319 stand eine Alternative zur Verfügung, die einen Heckschwenkradius von nur 1,90 Metern erzielte und sich somit für beengte Baustellen im innerstädtischen Bereich eignet. Der Bagger war außerdem in der Lage, Spundwände mit einer Ramme zu ziehen“, fügt er hinzu. Eine weitere Anforderung: Trotz der nötigen Niedrig- und Hochfrequenz sollte die Belastung auf die umliegende Bebauung durch Erschütterungen niedrig gehalten werden. Bei einem Testlauf mit einem Prototyp auf der Baustelle zeigte sich dann, dass der Cat Mobilbagger M319 die Vorgaben hinsichtlich der Hydraulikleistung erfüllt, um mit der Ramme vernünftig arbeiten zu können. Dafür sorgten mehr Literleistung vor allem bei der Hoch-druck-Zusatzhydraulik. Hier konnte man im Vergleich die Litermenge um 30 Liter pro Minute erhöhen und somit den Be-darf heutiger und zukünftiger hydraulischer Anbaugeräte wie Rammen gerecht werden. „Wir sind nun zufrieden mit der Gerätetechnik und kommen damit auch gut klar“, lautet das Urteil des Unternehmers. Doch bis das neue Gerät gelauncht wurde, musste er sich noch gedulden. „Mit dem M319 bedient Caterpillar ein neues Marktsegment und wollte damit im Markt für mobile Kurzheckbagger eine wettbewerbsfähige und den Kundenbedürfnissen entsprechend zeitgemäße Lösung anbieten“, erklärt Marc Patalong, der für dieses Segment verantwortliche Produktmanager bei Zeppelin. „Es war ein großer Vertrauensvorschuss, den wir bekommen haben, dass man neuester Technik eine Chance gab und sie dann bei absoluter Schwerstarbeit überzeugen konnte“, fügt Stephan Vogt hinzu.
Zehn Kolonnen bearbeiten die Aufträge für Energieversorger, Verkehrs- und Industriebetriebe, Städte, Bauträger, Telekommunikationsunternehmen, Wohnungsbaugesellschaften und Privatkunden im Umkreis von 50 Kilometern. Sie sanieren Kanäle oder erschließen Baugebiete mit Versorgungsleitungen. Dafür sollen sie alle im Kern auf die gleiche Technik beziehungsweise Ausrüstung zugreifen können. Das gilt für die neu-en sieben M319 und die Ramme sowie die anderen Anbaugeräte, wie ein Zwei-schalen- und Verbaugreifer, verschiedene Tieflöffel, Anbauverdichter und einen Tiltrotator. Mit ihnen wird immer wieder im Wechsel hantiert – der Schnellwechsler OQ 65 ist ebenfalls Bestandteil der Ausrüstung und soll unterstützen, um die Prozesse auf der Baumaschine effizient zu gestalten. „Noch arbeiten wir im Leitungstiefbau nicht mit einer Maschinensteuerung. Da sehr viele Fremdleistungen im Erdreich verlaufen, die meist immer anders verlegt wurden als sie laut Plan eigentlich liegen sollten oder gar nicht erst dokumentiert wurden. Das mag bei Arbeiten auf der sprichwörtlich grünen Wiese oder im Straßenbau anders sein, aber im innerstädtischen Bereich tut man sich da beim Leitungstiefbau noch schwer“, erklärt Christian Endler. Nichtsdestotrotz werden Roverstäbe ein-gesetzt. „Wir haben junge Bauleiter, die sich damit anfreunden, auch wenn im-mer wieder die Häuserverschattung Probleme bereitet, sodass wir nur mit einer Totalstation arbeiten können“, ergänzt er. Doch so langsam findet ein Wechsel statt, auf den der Betrieb durch seine neue Mobilbaggertechnik vorbereitet ist. „Alle Mobilbagger der neuen Generation sind mit entsprechenden Sensoren ausge-rüstet, um eben bei Bedarf 2D anwenden zu können oder zukünftig die Wiegefunktion Payload sowie die Hub- und Schwenkbegrenzung nutzen zu können. Zudem ist durch die Vorrüstung eine einfache und schnelle Aufrüstung auf ein 3D-System jederzeit möglich“, so Marc Patalong. Das ist wiederum ein Feature, das für Christian Endler eher Sinn macht, um den Arbeitsraum vollumfänglich ausnutzen zu können. Auch die Hub- und Schwenkbegrenzung E-Fence mag von Vorteil sein, wenn Arbeiten unter Oberleitungen von Straßenbahnen durchgeführt werden oder in der Nähe von Bäumen, was bei EBG immer wieder der Fall ist.

Eine verstärkte Zusatzhydraulik und das Kurzheck sind der Schlüssel für Baggerarbeiten im Leitungstief- und Kanalbau.

Auch wenn das Unternehmen eine eigene Werkstatt unterhält, nutzt es im Fall der sieben Cat M319 den Full Service von Zeppelin. „Bei der neuen Maschinentechnik hat sich aber auch der Auf-wand für die tägliche Wartung reduziert. Längere Service- sowie Filterwechsel-Intervalle maximieren die Maschinenverfügbarkeit und senken die Betriebs-kosten“, weist Marc Patalong hin. Seine Mobilbagger betreibt EBG mit Bioöl – vor Jahren erfolgte die entsprechende Umstellung, da die Baumaschinen Arbeiten für Versorger in Wasserschutzgebieten ausführen, wo dies vorgeschrieben ist. „Das macht alles einfacher – wir haben mehr Sicherheit beim Anbaugerätewechsel und können Maschinen und Anbaugeräte flexibel einsetzen“, erklärt Christian Endler den Schritt. Aktuell setzt der Betrieb die neue Cat Technik in Duisburg-Wedau an der 6-Seen-Platte ein. Dort soll ein neuer Stadtteil mit 3 000 Häusern und Wohnungen entstehen. EBG übernimmt dafür die äußere Erschließung. Durch entsprechende Referenzen und Bauvorhaben im Kanalbau hat das Unternehmen die Zertifizierung AK1 erhalten und ist damit befugt, Kanalbauarbeiten in allen Tiefen und sämtlichen Dimensionen durchzuführen. Das Haupteinsatzgebiet ist am Firmensitz Düsseldorf, aber auch in den umliegenden Städten und Kommunen ist man zugelassen, Arbeiten an städtischen beziehungsweise öffentlichen Kanalleitungen durchzuführen. Mit unterstützen werden dann dabei die neuen M319.

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