Für die Zukunft gebaut zu sein, bedeutet laut Caterpillar, ein Produkt mit einer Lebenszyklusstrategie in den Markt zu bringen, das die physische Wiederverwendung von Rohstoffen begünstigt. Anders ist es in einer Konsumwelt voller kurzlebiger Wegwerfartikel, die nach kurzfristigem Gebrauch im Müll landen. Tonnenschwere Stahlkolosse, die zwischen 10 000 und 20 000 Betriebsstunden hart arbeiten und dabei Abertausende Tonnen Rohstoffe bewegen, beweisen dagegen Ausdauer. Das geht nur aufgrund ihrer robusten Bauweise, die den Belastungen standhält, sodass die Baumaschinen nicht nur auf eine kurze Einsatzperiode begrenzt sind. Schon bei der Produktentwicklung wird an die Reparierbarkeit und an die Recyclingfähigkeit gedacht. Doch das ist nicht der einzige Aspekt, um die CO2-Bilanz von Baumaschinen zu beurteilen. Auch andere Kriterien haben großen Einfluss, wie umweltfreundlich das Equipment für die Baustelle letztendlich ist. Wir haben uns den grünen Fußabdruck eines Cat Kettenbaggers 395, wie er auch auf der bauma am Zeppelin Messestand in der Halle B6 präsent ist, einmal näher angeschaut.

Sie sind wahre Giganten aus Stahl: Beim Cat 395 macht dieser Stoff mit 89,46 Prozent laut Umwelterklärung, die seit Neuestem den Datenblättern beigefügt ist, den Löwenanteil der verbauten Materialien aus. Der Eisenanteil beträgt rund 5,97 Prozent und Nichteisenmetalle fallen mit 1,26 Prozent ins Gewicht. Mischmetalle betragen 0,08 Prozent, Kunststoffe 0,11 Prozent, Gummi 0,35 Prozent und Flüssigkeiten 1,27 Prozent – der Rest geht für Nichtmetalle und Sonstiges drauf. Das Ganze steht und fällt allerdings mit der Ausrüstung und Konfiguration, sodass die Werte auch noch abweichen können. Fakt ist: Je höher die Rate der Recyclingfähigkeit, desto höher die Nutzungsdauer der Rohstoffe und desto höher der Schrottwert am Ende eines Produktlebenszyklus. Geregelt werden Recyclingfähigkeit und Werterhaltung in der ISO 16714 für Erdbaumaschinen gemäß ihrer Masse, die potenziell recycelt, wiederverwendet oder beides werden kann. Um das zu ermitteln, werden alle Teile in der Stückliste zuerst nach dem Komponententyp bewertet (basierend auf der Komponentenliste gemäß ISO 16714). Die restlichen Teile werden aufgrund des Materialtyps hinsichtlich der Recyclingfähigkeit bewertet. Das Ergebnis liegt beim Cat 395 bei rund 98 Prozent. Da-mit übertrumpft der Kettenbagger den Vorgänger mit doppelt so hoher struktureller Haltbarkeit. Denn Ausleger, Stiel und Rahmen sind beim Cat 395 doppelt so stark wie beim Vorgängermodell, um so einen zuverlässigen Betrieb über die gesamte Lebensdauer der Maschine zu garantieren.

Grünetn Fußabdruck eines Cat Kettenbaggers 395. Foto: Caterpillar

Auch Funktionen entscheiden sehr dar-über, wie sich eine Baumaschine wie ein Cat 395 auf die Umwelt und die CO2-Emissionen auswirkt. Hier spielt vor allem alles an Technologie mit rein, was den Kraftstoffverbrauch senkt. Im Fall des Cat 395 basiert dieser auf einem Cat Motor C18 auf Stufe V (EU). Cat Dieselmotoren müssen mit Dieselkraftstoff mit extrem niedrigem Schwefelgehalt (ULSD, Ultra Low Sulfur Diesel) mit höchstens 15 ppm Schwefel oder einer Mischung aus ULSD und Kraftstoffen mit geringerem Schwefelgehalt betrieben werden. Hierzu zählen 20 Prozent Biodiesel, erneuerbarer Kraftstoff wie hydriertes Pflanzenöl und GTL-Kraftstoffe (aus Erdgas). Im Fall des Cat 395 stehen drei Betriebsmodi zur Verfügung: Im Power-Modus wird stets die maximale Leistung erreicht. Der ECO-Modus senkt die Motordreh-zahl bei gleichbleibender Ausbrechkraft. Der Smart-Modus passt die Motor- und Hydraulikleistung automatisch an die Arbeitsbedingungen an, reduziert den Kraftstoffverbrauch und verbessert die Leistung. Die Motordrehzahl wird automatisch gesenkt, wenn der Hydraulikbedarf sinkt, was den Kraftstoffverbrauch weiter reduziert. Auch moderne Hydrauliksysteme haben entsprechend Einfluss auf die Leistung und Effizienz des Kettenbaggers.

Ressourcen werden auch durch verlängerte Wartungsintervalle geschont, denn sie reduzieren den Flüssigkeiten- und Filterverbrauch. Der neue Cat Luftfilter beim 395 mit integriertem Vorabscheider sowie Primär- und Sekundärfilter bietet eine doppelt so hohe Staubaufnahmekapazität wie die bisherige Konstruktion. Der neue Cat Hydraulikrücklauffilter hat eine Lebensdauer von 3 000 Stunden – eine Steigerung von 50 Prozent gegenüber den bisherigen Filtern. Die Filter des Kraftstoffsystems werden synchron nach jeweils tausend Betriebsstunden gewechselt – eine Steigerung um hundert Prozent im Vergleich zu den vorherigen Filtern. Damit sparen die Kunden nicht nur Geld, sondern leisten auch einen Beitrag zur Schonung der Umwelt. Das Kühlsystem verfügt über ein neues bedarfsgesteuertes Gebläse, das nur bei Bedarf arbeitet, um Kraftstoff zu sparen und maximale Effizienz zu gewährleisten.

Ab Werk befüllt Caterpillar die Baumaschine mit Ethylenglykol-Kühlmittel. Dieselmotoren-Frostschutz-/Kühlmittel (DEAC) und Cat-Langzeitkühlmittel (ELC) bleiben länger im Einsatz und können recycelt werden. Weitere Auskünfte dazu erteilt die zuständige Zeppelin Niederlassung. Das Klimaanlagensystem dieser Maschine enthält das fluorierte Treibhausgas R134a als Kältemittel (Erderwärmungspotenzial = 1 430). In dieser befindet sich ein Kilogramm (2,2 lb) Kältemittel, was einer CO2-Produktion von 1 430 metrischen Tonnen entspricht. Das ist vergleichbar, wenn ein Pkw 10 049 Kilometer zurück-legt oder LED-Glühbirnen 292 434 Stunden beziehungsweise 33 Jahre brennen.

Oktober 2022

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