„Die Raupe zieht hier ihre Kreise“, so Walter Greimer, Verkäufer der Niederlassung Linz von Zeppelin Österreich. Damit meint er nicht die Fahrtrichtung, sondern die Resonanz aufgrund der Antriebstechnik, die in einer drastischen Kraftstoffersparnis mündet. 2019 wurde der Kettendozer mit dieselelektrischem Antrieb auf der bauma von Caterpillar in München vorgestellt. Ein Jahr später haben in Greimers Vertriebsgebiet in Oberösterreich vier Maschinen Einzug gehalten, die in Frankreich gebaut wurden. Gegenwärtig schiebt das Unternehmen Schmid Erdbau & Transporte mit der Baumaschine Abraum in seiner Kies- und Sandgrube in Meggenhofen, wenn sie nicht gerade Erdarbeiten auf Baustellen ausführt. Zuvor war das die Aufgabe des Vorgängers in Form des Cat D6R. Doch die technische Weiterentwicklung der Baumaschine und der daraus resultierende Spareffekt war für den Unternehmer Christian Schmid der springende Punkt, die Baumaschinenmesse in München zu besuchen und dann im Anschluss in die neue Raupentechnik zu investieren. 

Cat D6 XE überzeugt Schmid Erdbau & Transporte
Unternehmer Christian Schmid (Mitte) mit seinem Mitarbeiter Herbert Trautendorfer (auf der Raupe), Christoph Ohnmacht (rechts), Leiter der Niederlassung Linz, und Walter Greimer (links), Verkäufer der Niederlassung Linz, beide von Zeppelin Österreich.

„Es ist ganz einfach ein Rechenbeispiel“, erklärt der Geschäftsführer, und das kann er mit konkreten Zahlen belegen. Bis zu 3 000 Euro für Diesel pro Monat fallen ihm zufolge dank der neuen Raupentechnik weniger an. „Eigentlich hätten wir unsere alte Raupe, eine Cat D6R, noch weiterfahren können“, meint Christian Schmid. In der Regel erneuert er Dozer in seinem Maschinenpark nach 10 000 Betriebsstunden. „Doch im Fall der D6 XE ging die Rechnung auf. Wir haben für den  Vorgänger noch gutes Geld bekommen und können nun mit der neuen Technik bis zu 150 Liter Diesel am Tag sparen, sodass sich das wirklich lohnt, wenn man die Mietrate auch noch gegenrechnet“, erklärt der Firmenchef. Die Verbrauchswerte haben nicht nur ihn überzeugt, sondern auch die anderen Kunden von Walter Greimer – ihm zufolge hätte sich das auch schnell herumgesprochen. Im Schnitt beträgt der Verbrauch an Diesel an die 20 Liter in der Stunde. Bei leichteren Arbeiten, wenn etwa loses Material zu schieben ist, können es auch mal ein paar Liter weniger sein oder umgekehrt bei schwerer Massenbewegung eben ein paar Liter mehr. „Die erhoffte Spritersparnis ist jedenfalls aufgegangen“, so das Fazit von Christian Schmid, der im Vorfeld einen Kostenvergleich von D6R und D6 XE anstellte. 

Rechenbeispiel ging auf
Kontinuierlicher Schub selbst bei schwerem Material und wenn dabei auch noch eine Steigung von 30 Prozent bewältigt werden muss.

Der D6 XE ist der weltweit erste Dozer, bei dem das Deltalaufwerk mit hochgesetztem Turas mit einem starken Elektromotor angetrieben wird – anders als der dieselelektrische Cat Dozer D7E, der seinerzeit mit ovalem Laufwerk auf den Markt kam. Die neue Antriebstechnik reduziert den Kraftstoffverbrauch laut Herstellerangaben um bis zu 35 Prozent. „Auch andere Kunden bestätigen eine deutliche Senkung des Verbrauchs, aber das ist nicht der einzige Vorteil.  Die Maschine ist auch leistungsfähiger geworden, indem die Arbeitsvorgänge schneller und wendiger erfolgen, aber auch mehr Masse bewegt werden kann“, meint Niederlassungsleiter Christoph Ohnmacht.

Ihre konstante Leistung behält die Raupe auch bei schwerer Last bei und bringt zudem einen kontinuierlichen Schub mit sich. Geändert hat sich für den Fahrer Herbert Trautendorfer, dass er nun im Gegensatz zu früher nicht mehr schalten muss, wenn er den Gang wechseln will. Er stellt nun einfach die Fahrgeschwindigkeit ein und der Dozer optimiert kontinuierlich je nach Last die Leistung und die Effizienz. Und das selbst bei schwerem Material, wie es derzeit beim Abraum abzuschieben ist und die Maschine  dabei auch noch eine Steigung von 30 Prozent bewältigen muss. „Das Drehmoment ist gleich von Anfang an da. Früher gab es Schlupfverluste. Jetzt behält die Maschine ihre Leistung bei, reduziert dann nur die Geschwindigkeit“, so die Erfahrungen des Maschinisten, der seit 20 Jahren Dozer fährt und seit 2016 bei Schmid Erdbau & Transporte arbeitet. Und für besonders harte Fälle gibt es ei- nen Drei-Zahn-Heckaufreißer, der das Material erst lockert, bevor dann Herbert Trautendorfer mit dem Abschieben loslegen kann. Was ihm dabei noch auffällt: „Die Raupe ist deutlich übersichtlicher geworden und fährt sich wesentlich leiser als der Vorgänger.“ 

Cat D6 XE überzeugt Schmid Erdbau & Transporte
Deutliche Spritersparnis, wenn Material zu schieben ist.

Anwender können unter sechzehn Laufwerksvarianten das Kettenlaufwerk auswählen, das für ihre Einsatzzwecke am besten passt. Für das Unternehmen Schmid Erdbau & Transporte kommt nur ein LGP-Laufwerk in der Heavy- Duty-Ausführung mit 760 Millimeter breiten Bodenplatten infrage. Somit wird eine Breite von 3,05 Metern erreicht. Das erlaubt den Transport mit einfachem Begleitfahrzeug zu Erdbaustellen. Auch wegen des Drei-Wege-Klappschildes muss sich der Firmenchef keine Gedanken um Transporteinschränkungen machen. Das Schild wurde nach oben hin erhöht, um noch mehr Masse schieben zu können. Auch da hat Christian Schmid wieder Produktivitätssteigerungen im Blick, um eben das Maximum aus der Baumaschine hinsichtlich ihrer Effizienz herauszuholen.

Trotzdem blieb er nicht ganz ohne Skepsis und stellte sich die Frage, ob die neue Technik nicht doch auch anfällig gegenüber Störungen ist. „Wir haben eine Garantievereinbarung auf Bauteile wie die Elektronik oder die Steuereinheit getroffen, sodass nichts passieren kann“, zerstreute Walter Greimer die Bedenken des Kunden, den er seit zehn Jahren betreut, als er ihm erstmals einen Cat Kettenlader 953D verkaufte.  Herz des Cat D6 XE ist sein dieselelektrisches Antriebssystem, das geringen Wartungsanspruch und lange Haltbarkeit kombiniert. Einfacher Zugang zu gruppierten Wartungsstellen trägt dazu bei, den Zeitaufwand für die routinemäßige Wartung und Inspektion zu reduzieren. Verbaut wurden in der Raupe hochwertige Komponenten, aber auch längere Serviceintervalle machen sich dabei positiv bemerkbar. Regelmäßige Inspektionen führen Monteure der Zeppelin Niederlassung Linz aus, die im Hinblick auf Starkstromelektrik geschult sind, aber auch sonst die Cat Baumaschinen aus dem Effeff kennen.

Im Fall von Christian Schmid ist derzeit auch ein Cat Radlader 972MXE zugange, um an der Wand das Sand- und Kiesgemisch zu verladen und dann zur Siebanlage zu befördern. Auch hier ist der Antrieb der Baumaschine nicht konventionell, sondern besteht aus einem stufenlosen, leistungsverzweigten Variator- Getriebe. Es kombiniert Hydrostat mit direktem Durchtrieb und vereint somit die Vorteile beider Systeme in einem Antrieb, also die leichte und stufenlose Regelbarkeit des Hydrostaten mit dem hohen Wirkungsgrad eines mechanischen Antriebes, der im Lastbetrieb unschlagbar ist. Die neue Getriebeeinheit macht es möglich, dass der Motor fast immer im optimalen Drehzahlbereich läuft, wenn der Rohstoff abgebaut wird.

Seit Juni 2014 liefert Schmid Erdbau & Transporte Wand-, Bankett- und Rollschotter direkt aus der eigenen Schottergrube in Meggenhofen. Abnehmer sind bekannte Unternehmen, aber auch für den Bau diverser Gemeindestraßen in Schlüßlberg sowie für die A8 Weibern- Haag stellte der Betrieb schon Sand und Schotter zur Verfügung. Nicht nur diese werden befördert, sondern auch Aushub, Humus oder Asphalt. In Summe sind 22 Lkw im Einsatz, darunter Zwei-, Drei- und Vierachser für Containerund Kippertransporte. Zum Maschinenpark gehören Schwertransporter, Tieflader und Spezialtransporter sowie Asphaltmulden. In Meggenhofen führt Schmid Erdbau & Transporte außerdem eine Bodenaushubdeponie. In Diersbach betreibt man eine Beton- und Asphaltbruchdeponie. Weiteres Spezialgebiet sind Kranarbeiten, die rund um Schärding und Grieskirchen erfolgen. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile rund 40 Mitarbeiter.

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