Trotz voller Konzentration des Baugeräteführers ist es schnell passiert: Ein Löffel schließt nicht richtig und donnert ohne Vorwarnung nach unten auf den Boden, weil er nicht korrekt verriegelt wurde. Das geht sicherer – diese Überzeugung trieb Firmenchef Matthias Knecht von M. Knecht Tief- und Straßenbau an, den Arbeitsschutz in seinem Betrieb zu erhöhen – ganz nach der Devise: Jeder Unfall ist einer zu viel. So setzt er seine Baumaschinen mit OilQuick-Schnellwechsler in Verbindung mit der Fallsicherung und der Sichtanzeige MRL ein. Denn herunterfallende Arbeitswerkzeuge, die nicht korrekt geschlossen waren, zählen zu häufigen Unfallursachen auf Baustellen. Wenn bei Baggerarbeiten im Tiefbau ein Löffel nicht richtig gesichert ist, ist das lebensgefährlich – es kann für den Mitarbeiter, der im Graben steht, tödlich enden.

Maschinisten stehen unter Druck: Sie sollen schnell und zugleich produktiv arbeiten, während sie tonnenschwere Lasten millimetergenau stemmen müssen. Ihr Arbeitsgerät müssen sie unter beengten Platzverhältnissen schwenken und sollen dann nirgendwo mit dem Heck oder Ausleger anecken. Zugleich dürfen sie Sicherheitsaspekte nie aus den Augen verlieren. Dass da schnell mal ein akustisches sowie optisches Warnsignal übersehen und überhört wird – mit fatalen Folgen – sollte niemand verwundern.

„Vor 20 Jahren haben wir OilQuick eingeführt – es war damals das einzig funktionierende System am Markt“, so Matthias Knecht. Eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut hat. Denn damit können Baumaschinenführer im Handumdrehen ohne die Kabine zu verlassen und ohne Hilfe einer zweiten Person verschiedene Anbaugeräte austauschen. Doch der Geschäftsführer wollte mehr für den Arbeitsschutz tun und für Entlastung seines Personals sorgen. Er brachte seine Expertise ein, um zusammen mit OilQuick den Schnellwechsler weiterzuentwickeln und um die Fallsicherung und Sichtanzeige MRL zu erweitern. Seitdem sind beide Features bei den eingesetzten OQ 70/55 SH Standard für Mobil- und Kettenbagger mit Kurzheck bei dem Bauunternehmen aus Walddorfhäslach. Gearbeitet wird mit den Cat Mobilbaggern M313D und Hydraulikbaggern 325F, 328DL, 324DLN und zwei 321DLCR.

Tief- und Straßenbauer Matthias Knecht will bei seinen Baumaschinen nicht mehr auf OilQuick verzichten. | Foto: Knecht

Die Einführung der Fallsicherung und Sichtanzeige MRL war ein wichtiger Schritt für mehr Sicherheit bei dem Tiefund Straßenbauunternehmen. „Die Fahrer sind sehr zufrieden damit, auch wenn sie sich zunächst umstellen mussten“, so Matthias Knecht. Das bedeutet, Anbauwerkzeuge wie etwa Pendelgreifer für die Aufnahme stehend oder mit etwas Abstand zu positionieren, aber auch Löffel und Greifer müssen sich die Maschinisten so vor sich hinlegen, dass die Aufnahme ohne aufwendiges Rangieren gelingt. Die Fallsicherung verlängert die Schnellwechsler- Klaue und schließt sich um die Welle der Werkzeug-Adaption. Durch die Fallsicherung wird das Werkzeug stets aufgefangen, ähnlich wie bei einem Sicherheitsgurt eines Fahrzeugs, der bei einem Zwischenfall und bei Gefahr von Personenschäden automatisch und ohne weiteres Zutun eingreift. Über die mechanische Sichtanzeige wird dem Fahrer die Kontrolle der korrekten Verriegelung erleichtert. Ein mechanischer Stift in seinem Sichtfeld fährt aus und signalisiert ihm: alles sicher – das funktioniert ohne Sensoren oder störungsanfällige Elektronik. Ein Irrtum ist damit ausgeschlossen, denn ist der Stift in grüner Farbe nicht zu sehen, muss der Fahrer von einer nicht korrekten Verriegelung ausgehen. Das konnte Matthias Knecht überzeugen, aber auch Arbeitsschutz- Experten wie von der BG Bau beurteilen die Technik positiv, denn die Neuanschaffung, wie auch die Nachrüstung an älteren OilQuick-Schnellwechslern werden von der BG Bau gefördert.

„Viele Firmen wissen gar nicht, wie oft eine Baumaschine täglich ihr Werkzeug wechseln muss. Wir haben das mal mitgezählt und sind auf 80 Wechselvorgänge an einem Tag gekommen. Da kann ein Schnellwechsler sehr viel Zeit sparen“

Matthias Knecht, Firmenchef M. Knecht Tief- und Straßenbau

Was für den Schnellwechsler spricht, ist nicht nur die Sicherheit, sondern die Zeitersparnis, wenn Löffel und Greifer in verschiedenen Ausführungen, aber auch Verdichterrad und Planierbalken getauscht werden. „Viele Firmen wissen gar nicht, wie oft eine Baumaschine täglich ihr Werkzeug wechseln muss. Wir haben das mal mitgezählt und sind auf 80 Wechselvorgänge an einem Tag gekommen. Da kann ein Schnellwechsler sehr viel Zeit sparen“, weiß Matthias Knecht.

Schneller geworden ist der Betrieb auch, seitdem er Tiltrotatoren in Sandwichbauweise einsetzt. Diese sorgen als Verlängerung des Baggerarms dafür, das Anbauwerkzeug jederzeit drehen und seitlich schwenken zu können. „Gefühlt mag das für den einen oder anderen Unternehmer auf den ersten Blick erstmal teuer in der Anschaffung sein, doch wir sind dadurch bis zu 20 Prozent schneller geworden, etwa weil wir den Bagger nicht mehr so oft umsetzen müssen, was Zeit kostet.

Damit erzielen wir eine Tagesleistung etwa beim Einbringen von Mischgut, die vorher unvorstellbar gewesen wäre“, meint Matthias Knecht. Der Tiltrotator verbleibt nicht dauerhaft an der Maschine, sondern kann einsatzabhängig schnell an- und abgebaut werden, wenn etwa das volle Hubvermögen oder die uneingeschränkte Ausbrechkraft des Baggers erforderlich ist. Hinzu kommt: Ein Bagger mit Tiltrotator kann mehr Aufgaben übernehmen. Konkret betrifft es den Einsatz mit dem Verdichterrad. „Da kann man den Tilrotator anders nutzen, sodass sich Synergieeffekte ergeben“, stellt der Unternehmer dar. Damit die Ausrüstung auch von den Mitarbeitern angenommen wird, arbeitet er selbst immer wieder auf den kommunalen Tief- und Straßenbaustellen rund 80 Kilometer um den Firmensitz mit. „Wir sind ein regionales Unternehmen mit 20 Mitarbeitern, das wegen der Größe solche Vorteile schnell umsetzen kann. Wir haben viele junge Mitarbeiter, die kreative Ideen haben und sich einbringen“, so Matthias Knecht. Den Betrieb hat der gelernte Tief- und Straßenbaumeister vor 22 Jahren gegründet – erst im Nebenerwerb und ausgerichtet auf den Galabau, bevor er auf den Bau von Asphaltflächen sowie die Erschließung umschwenkte.

Er selbst schaut sich auch immer wieder nach Technologien um, wie er damit seinen Betrieb verbessern und noch weiter nach vorne bringen kann, indem er Abläufe und Prozesse verändert – schließlich will er die körperliche Arbeit reduzieren. Immer wieder fährt er darum nach Schweden auf Messen, um sich neue Anregungen zu holen. Da sind ihm auch Bagger mit Tiltrotatoren aufgefallen. Dort hat er sich nicht nur den Tiltrotator abgeschaut, sondern auch im Hinblick auf Maschinensteuerung war Skandinavien Deutschland voraus. Deswegen hat er 2007 die Vorteile von GPS erkannt und bei einer Raupe genutzt. Heute arbeiten alle Bagger im Unternehmen damit. Was dabei die OilQuick Sandwich-Tiltrotatoren betrifft, können sie dank optionaler Sensorik ihre Positionsdaten an 3D-Maschinensteuerungssysteme namhafter Hersteller übermitteln, sodass das „Handgelenk“ am Bagger auch GPS-gestützt eingesetzt werden kann.

Ältere Modelle nachrüsten

Damit auch ältere OilQuick-Schnellwechsler mit den neuesten Sicherheitsstandards Schritt halten, können Fallsicherung und MRLSichtanzeige nachgerüstet werden. Dabei wird der Bestandswechsler abgebaut, zum OilQuick-Herstellerwerk nach Steindorf gesendet und dort auf den neuesten Stand gebracht: Der Schnellwechsler wird umgebaut und sowohl Fallsicherung als auch MRL-Sichtanzeige werden integriert. Bei dieser Gelegenheit unterzieht das OilQuick-Team den Schnellwechsler gleich einem Komplett-Check: Das gesamte System wird überprüft, Hydraulikzylinder bei Bedarf getauscht und Muffen regeneriert. Der generalüberholte Schnellwechsler macht sich anschließend auf seine Reise zurück zu seinem Einsatzort, wo er für mehr Arbeitssicherheit auf der Baustelle sorgt. „Wir sind stolz, dass wir durch unsere Nachrüstungsarbeit einen Teil dazu beitragen können, dass viele Baustellen sicherer werden,“ so Franz Josef Schauer, Geschäftsführer von OilQuick Deutschland.

Ein weiterer Pluspunkt bei der technischen Nachrüstung ist, dass einwandfrei funktionierende Geräte nicht ersetzt werden müssen. Das ist nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein ökologischer Aspekt. Zudem winkt auch bares Geld durch eine Nachrüstung. So kann eine Förderung seitens BG Bau aufgrund der Unfallprävention in Anspruch genommen werden. Dabei werden bis zu 50 Prozent der anfallenden Kosten übernommen – maximal macht das 1 800 Euro aus. „Eine Nachrüstung ist eine gute Möglichkeit, das bestehende Gerät weiter zu nutzen und dabei Voraussetzungen für die Arbeitssicherheit zu schaffen“, so OilQuick-Entwicklungsleiter Christian Rampp.

OilQuick-Schnellwechsler mit MRL und Fallsicherung. | Foto: OilQuick

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