In einer Konsumwelt voller Wegwerfartikel behaupten sie ihre Position: Muldenkipper von Cat. Kaum eine andere Baumaschine hat im übertragenen Sinne eine solche Ausdauer und ist so auf Langstrecke ausgelegt wie diese. Die gelben Riesen befördern Millionen Tonnen Rohstoffe und legen mit Transporten abertausende Kilometer zurück – mitunter in einigen der entlegensten Regionen der Welt. Knapp 15 000 von ihnen werden rund um den Globus eingesetzt, heißt es seitens des Herstellers aus den USA. Markenzeichen der Skw ist ihre robuste Bauweise und vor allem ein solider Rahmen plus stabiler Muldenkörper. Dank ihrer recyclinggerechten Konstruktion lässt sich das Maschinenleben nicht nur auf eine kurze Einsatzperiode begrenzen, sondern schon bei der Produktentwicklung wird an die Reparierbarkeit gedacht. Mithilfe einer gründlichen Grundüberholung – im Fachjargon auch Rebuild genannt – kann noch mehr aus den Maschinen herausgeholt werden und sich die Einsatzdauer nach durchschnittlich 10 000 bis 15 000 Betriebsstunden verdoppeln. Wenn man so will, ist auch das eine Form von Recycling, die eine nachhaltige Alternative darstellt, weil sie Ressourcen schont.

Wer Baumaschinen oder einzelne Komponenten professionell instand setzen lässt und somit auch älteren Geräten eine Chance für ein weiteres Maschinenleben gibt, verbraucht weniger Rohstoffe und Energie, erzeugt weniger Emissionen und – ein überaus angenehmer Begleiteffekt – schont meist auch den Geldbeutel. Doch dazu müssen auch einige Grundvoraussetzungen erfüllt sein, damit ein Produkt wie ein Skw erneut verwendet werden kann. So muss dieser in erster Linie auf Langlebigkeit ausgerichtet sein. Zudem braucht es eine gute Reparierbarkeit. Außerdem muss sich die Baumaschine an technische und technologische Weiterentwicklungen anpassen lassen. Kriterien wie diese erfüllt die Muldenkipper-Konstruktion und damit auch die von Cat zertifizierte Instandsetzung Rebuild, die hierzulande Zeppelin Servicemitarbeiter nach strikten Qualitätsanforderungen und Vorgaben durchführen, wenn sie bis zu 7 000 Teile pro Maschine austauschen und zugleich elementare technische Neuerungen umsetzen, die in der Zwischenzeit Eingang in die Serie gefunden haben. Um sicherzustellen, dass Kunden ein neuwertiges Gerät erhalten, werden bis zu 350 Tests und Inspektionen durchgeführt. Zu guter Letzt gibt es eine neue Seriennummer, die für eine gründliche Überholung steht und dafür, dass die überholte Maschine den Cat- Standards entspricht. Und sollte es danach dennoch zu einem Schadensfall kommen, sind Kunden durch entsprechende Garantie- Vereinbarungen dagegen abgesichert.

Inzwischen hat sich das Rebuild-Programm bei Zeppelin zu einem festen Bestandteil seines Servicegeschäfts entwickelt, seitdem 2004 zum ersten Mal ein Cat Radlader 980F in seine einzelnen Bestandteile zerlegt und wieder instand gesetzt wurde. In Summe wurden bis heute 200 Rebuilds durchgeführt. Darunter fallen an die knapp 80 Muldenkipper – es ist mit großem Abstand die Baumaschine, die am häufigsten für ein weiteres Maschinenleben demontiert und wieder neu zusammengenbaut wird. Doch genauso knöpfen sich die Servicemitarbeiter Kettenbagger, Radlader und -dozer, und in selteneren Fällen auch Rohrverleger und Scraper vor. Schraube für Schraube, Kabel für Kabel, Schalter für Schalter: Das sind nur die kleinen Bauteile, die im Zuge der Operation Rebuild von den Monteuren ausgewechselt werden. Die großen Komponenten betreffen den kompletten Motorblock, die Getriebe und die Achsen.

Eine tiefgehende Grundüberholung zeichnet das zertifizierte Rebuild-Programm aus. Fotos: Zeppelin

Für die Zukunft gebaut zu sein, bedeutet laut Caterpillar, ein Produkt mit einer Lebenszyklusstrategie in den Markt zu bringen, welche die physische Wiederverwendung von Rohstoffen durch Rebuild begünstigt. Das Recycling von Materialien, die andernfalls entsorgt werden würden, kommt den Kunden und der Umwelt zugute, senkt die Gesamtbetriebskosten und trägt gleichzeitig zur Nachhaltigkeit bei – Aspekte, die vor dem Hintergrund der Pariser Klimaschutzziele immer wichtiger werden.

Die zertifizierte Überholung geht auf die 80er-Jahre zurück. Als in dieser Zeit die Wirtschaftslage schwierig war, suchte Caterpillar nach einer Möglichkeit, Kunden eine kostengünstige Alternative gegenüber einer Neumaschine anzubieten. Und diese wurde im zertifizierten Rebuild-Programm gefunden, das daraufhin ins Leben gerufen und seitdem weiterentwickelt wurde. Erstmals wurde eine Cat Planierraupe vom Typ D8K einer grundlegenden Instandsetzung unterzogen. Warum sich diese Baumaschine dafür anbot, war der solide Rahmen der Maschine, der Grundvoraussetzung dafür war, ihr ein weiteres Leben zu geben. Hinzu kam, der neue D8 war etwas größer als sein Vorgänger. Etliche Kunden wollten auf ihr altes Gerät nicht verzichten und wählten auch deswegen den Weg der Generalüberholung. Und genau solche Details können ebenfalls für eine weitreichende Instandsetzung sprechen, wenn eine Baumaschine mit ihren Maßen, Leistungen, Schaufel- oder Löffelgrößen weiterhin verwendet werden soll, aber nicht mehr produziert wird und somit nicht mehr lieferbar ist. Das kann außerdem begrenzte Durchfahrhöhen und -breiten betreffen als auch Reichhöhen und -weiten bei der Skw-Beladung oder Brecherbeschickung.

Beim erstmals überholten D8K stellte sich heraus, dass sich Geld sparen lässt, wenn mit der Überholung eine Baumaschine in einen neuwertigen Zustand versetzt wird, ohne Abstriche bei der Leistung machen zu müssen. Denn das ist der Schlüssel einer jeden Instandsetzung: Sie macht nur dann Sinn, wenn die Verjüngungskur nicht die Lade-, Förder- und Produktionsleistung schmälert. Denn sonst geht die Kostenrechnung nicht auf. Daher müssen Pro und Contra für oder gegen eine das Maschinenleben verlängernde Maßnahme sorgsam abgewogen werden. Auch sollten unbedingt sorgfältig Maschinengattungen, -größen und -gewichtsklassen, Einsatzzweck, Nutzungsgrad und mehr geprüft werden. Generell gilt: Je größer und je kapitalintensiver die Neuanschaffung, desto eher kann eine Generalüberholung sinnvoll sein. Denn der Aufwand mag sich für einen Minibagger mit ein paar tausend Betriebsstunden nicht lohnen – doch für einen Muldenkipper dagegen schon.

Bis heute erhielten knapp 200 Cat Baumaschinen ein zweites Maschinenleben.

Was damals mit einem Kettendozer begann, wurde inzwischen auf eine ganze Reihe von Baumaschinen angewandt. Doch muss es nicht ein komplettes Gerät sein, das wieder auf Vordermann gebracht wird, sondern es gibt inzwischen auch Teilüberholungen wie den Kraftstrang und die Hydraulik. Auch einzelne gebrauchte Komponenten müssen nicht zwangsläufig zum alten Eisen gehören – sie sind genauso darauf ausgerichtet, aufbereitet und als Reman-Austauschteil wieder voll funktionstüchtig eingebaut werden zu können. Auch das Remanufacturing hat bei Caterpillar eine lange Tradition. Schon seit 1973 werden Cat Motoren und deren Komponenten im Unternehmen wiederaufgearbeitet. Was damals als kleines Nischensegment begann, ist heute ein eigener Reman-Zweig, zu dem nicht nur generalüberholte Baugruppen und Schlüsselkomponenten wie Motoren, Getriebe, Drehmomentwandler, Achsen, Hydraulikpumpen, -motoren und -zylinder gehören. Seit 2004 bietet das Unternehmen seinen Reman-Service auch für andere Hersteller an. Was für Reman-Teile spricht, sind oft wichtige technische Verbesserungen, die sowohl der ausgetauschten Komponente als auch dem gesamten Maschinenbetrieb zugutekommen. Genauso wie bei einem Rebuild ist es ratsam, sich fachlich beraten zu lassen, ob eine umfassende Generalüberholung oder eventuell doch nur der Austausch von einzelnen Baumaschinenkomponenten die wirtschaftlichere Variante ist. In beiden Fällen, ob von der Gesamtmaschine oder dem Bauteil, inspiziert ein Zeppelin- Fachmann den Zustand. Dann wird ein Untersuchungsbericht erstellt und ein verbindliches Festpreisangebot abgegeben. Erst dann geht es ans Eingemachte.

September – Oktober 2021

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