Sogar an Details wie die Maschinensteuerung hat Marco Weigand gedacht: Der Modellbauer hat damit einen Cat Motorgrader 160M im Maßstab 1 : 14,5 ausgerüstet und originalgetreu nachgebaut. Das Baumaschinen-Modell ist ein kompletter Eigenbau – voll funktionstüchtig mit integrierter Lichtanlage. Mit seinem Schild und seiner Schar lässt sich ebenso Boden abschieben, wie es Aufgabe für einen echten Straßenhobel ist. Auch an den Heckaufreißer wurde gedacht, um den Boden aufreißen zu können. Gesteuert wird die Miniausgabe des Graders von einer Fernsteuerung.

Schon das Original fällt unter die Königsklasse von Baumaschinen bedingt durch seine Steuerung in Form der Klaviatur. „Von seiner Funktion her ist ein Grader eine komplexe Maschine. Die Fahrer sind echte Könner“, meint Marco Weigand. Weil es immer weniger solcher Profis gibt, wurden mittlerweile Lenkrad und Hebel durch Joysticks ersetzt, um die Bedienung einfacher zu machen. Joysticks hat auch Marco Weigand in dem Fahrerhaus seines Modells verbaut. „Es wird wie ein großer Grader bewegt. Mit dem linken Joystick wird gelenkt, der rechte steuert beispielsweise den Schild“, erklärt er.

Mitten durchs Gemüsebeet: der Grader Marke Eigenbau von Marco Weigand. Fotos: Marco Weigand

Marco Weigand arbeitete früher selbst bei einer Straßenbaufirma im Asphaltmischwerk. Von daher kannte er Grader und wusste, was sie zu leisten imstande sind. Auf einer Baustelle hat er dann einen Cat Grader 140 im Detail angeschaut, sich anhand von Prospekten die Maße abgeschaut oder etwa Rückschlüsse auf die Radstände gezogen. Besonders viel tüfteln musste er aufgrund der Hydraulik. „Alle Schläuche mussten durch das Knickgelenk und dann angeschlossen werden“, berichtet Marco Weigand.

 Für den Maschinenrahmen, die Achsen und den Schild hat er Stahl gewählt – sein Modell soll robust sein, wenn es Erde abschiebt oder Boden aufreißt. Die Verkleidung der Motorhaube besteht aus Kunststoffplättchen, die zusammengeklebt und lackiert wurden. Die Original Cat-Farbe Gelb hat er extra anmischen lassen. Zugekauft hat er die Hydraulik, Elektrokomponenten, Zahnräder und die sechs Reifen. Kleine Teile hat er selbst aus dem 3D-Drucker ausgedruckt. Das Modell ist somit echte Handarbeit, das innerhalb von vier Monaten entstanden ist. Der reine Materialwert beläuft sich laut dem Modellbauer auf 2 000 Euro. Die Arbeitszeit ist da noch gar nicht mitgerechnet. Aber darum geht es nicht. „Modellbau ist ein schönes Hobby, vor allem wenn die Funktionen so wie geplant dann funktionieren“, äußert Marco Weigand.

Voll funktionstüchtig ist das Modell.

Übersetzt man die Geschwindigkeit auf die Modellgröße lässt sich der Grader im Miniaturformat mit einer Geschwindigkeit von knapp vier km/h bewegen. Das Ansprechverhalten und Reaktionsvermögen des Modells lässt sich entsprechend über Ventile anpassen. „Bei einem Grader kommt es auf Feinfühligkeit und nicht auf Geschwindigkeit an“, unterstreicht der Modellbauer. Der Cat 160M ist nicht sein erstes Modell – nachgebaut hat er bereits Muldenkipper, Dumper und einen Bodenstabilisierer. Auch Bausätze, die er modifizierte, benutze er. Das nächste Modell hat er auch schon auf dem Schirm. „Was passt zu einem Grader? Eine Walze“, lautet seine Antwort.

Mai-Juni 2021

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