Die Corona-Pandemie hat das Geschäftsleben auf den Kopf gestellt und verändert, so wie es kaum jemand zuvor für möglich gehalten hätte. Statt Geschäftsreisen zu unternehmen und Meetings vor Ort abzuhalten, entstanden neue Formate, um sich über den PC oder am Laptop auszutauschen. Das galt auch für das jährliche Vertriebs-Kick-off der Zeppelin Baumaschinen GmbH, das erstmals nicht live, sondern digital stattfand. Per Videostream vom Presseclub der Allianz Arena in München aus erhielten 400 Mitarbeiter aus Deutschland und Österreich in ihren Büros und im Homeoffice Informationen für das anstehende Geschäftsjahr, um startklar zu sein im Vertrieb und Service von neuen sowie gebrauchten Cat Baumaschinen und so sicher durch die Corona-Krise navigieren zu können. Auch wenn ein persönlicher Kontakt aufgrund des verschärften Lockdowns ausgeschlossen war, tat das einer regen Interaktion keinen Abbruch. Die Mitarbeiter hatten über einen Gruppenchat die Möglichkeit, mit den Kollegen in Kontakt zu treten und konnten mithilfe von Selfies den Teamspirit aufleben lassen. Und dass selbst über Ländergrenzen hinweg ein Austausch möglich ist, zeigte eine Liveschalte nach Moskau zu den russischen Kollegen, die parallel ihren jährlichen Kick-off abhielten.

Damit 400 Mitarbeiter in Deutschland und Österreich die Übertragung des Kick-offs aus dem Presseclub der Allianz Arena per Videostream im Büro und Homeoffice verfolgen konnten, war ein Großaufgebot an Technik nötig.

Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres mit all seinen einschneidenden Herausforderungen, welche die Corona-Krise mit sich brachte, zog Peter Gerstmann, der Vorsitzende der Zeppelin Konzerngeschäftsführung: „Im Februar vor einem Jahr waren wir noch voller Euphorie angetreten, 2019 als das Jahr mit dem besten Umsatz und höchsten Ergebnis in der Firmengeschichte zu schlagen. Kurz darauf kam alles anders und wir mussten von der bislang schlimmsten Weltwirtschaftskrise ausgehen. Auch wenn wir 2020 Federn lassen mussten beim Umsatz und den Auftragseingängen, so war das vergangene Geschäftsjahr trotz allem sehr erfolgreich für den Konzern.“ Nach derzeitigem Stand unter Berücksichtigung der 2020 neu hinzugekommenen strategischen Geschäftseinheit Nordics wird der Umsatz leicht über dem des Vorjahres und das Ergebnis leicht unter dem des Vorjahres liegen. „Unter diesen herausfordernden Umständen ist das eine außergewöhnliche Leistung“, lobte Peter Gerstmann das Team. Den Mitarbeitern, die den Erfolg erst möglich machten, dankte er für ihren unermüdlichen Einsatz.

Peter Gerstmann, der Vorsitzende der Zeppelin Konzerngeschäftsführung, zog Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres.

Passend dazu war auch das Motto des Kick-offs gewählt: Mit Abstand die Besten. Denn trotz Distanz und unter Einhaltung des Arbeitsschutzes gelang es, durchweg für die Kunden erreichbar zu sein. „Wenn‘s drauf ankommt, war eines unserer Erfolgsrezepte, indem wir zusammengehalten und uns an die herausfordernde Situation angepasst haben. So sind wir gut durch die Krise gekommen und konnten unsere Marktposition weiter stärken. Es wäre für uns nie infrage gekommen, unsere Niederlassungen zu schließen. Unsere Kunden wissen, wenn sie sich für ein Produkt oder eine Dienstleistung von uns entscheiden, können sie sich zu hundert Prozent auf Zeppelin verlassen. Aber auch auf unseren Partner Caterpillar war in dieser schwierigen Zeit voller Verlass, sodass unsere Lieferketten aufrechterhalten werden konnten“, stellte Michael Heidemann, der stellvertretende Vorsitzende der Zeppelin Konzerngeschäftsführung, dar.

Um etwa die durchgängige Versorgung mit Ersatzteilen sicherstellen zu können, wurde im Zentralen Ersatzteillager in Köln die Arbeitszeit entzerrt und im Zweischichtbetrieb gearbeitet. Außerdem wurden im Hinblick auf Grenzschließungen vorsorglich mehr Ersatzteile bevorratet. Dass sich diese Strategie bewährt hat, machte Markus Gebauer, verantwortlicher Manager für die EAME-Region bei Caterpillar deutlich, der die Mitarbeiter für ihren außerordentlichen Einsatz mit den Worten lobte: „Im Service und Ersatzteilgeschäft wurde sogar unser Businessplan übertroffen. Was dort und mit den in den Markt gebrachten Geräten erreicht wurde, ist eine Spitzenleistung.“

Auf die realisierten Stückzahlen von Neu- und Gebrauchtmaschinen in Höhe von 9 158 Einheiten ging dann Fred Cordes, der Vorsitzende der Geschäftsführung bei Zeppelin Baumaschinen, näher ein: „Wir gehörten zu den glücklichen Branchen, weil unsere Kunden in Deutschland durchgängig Arbeit hatten. Die Kollegen in Österreich hatte es etwas härter getroffen, weil Baustellen zeitweise stillstanden. Alles in allem können wir aber sehr froh sein, so gut durch die Krise gekommen zu sein, indem wir unsere Strategie umsetzen konnten, sodass wir, auch wenn der Markt um acht Prozent zurückging, trotz Pandemie ein sehr gutes Ergebnis erzielen konnten.“ Auch wenn die Monate März bis Mai alles andere als danach aussahen und es aufgrund von Grenzschließungen zu einem Einbruch des Gebrauchtmaschinenmarktes im In- und Ausland kam, gelang es, den Rückstand aufzuholen und die höchste bislang jeweils erzielte Zahl an Gebrauchtmaschinen in Höhe von 4 048 Einheiten zu verkaufen. „Damit haben wir unter allen Caterpillar Händlern einen neuen Weltrekord aufgestellt“, freute sich Fred Cordes über das Ergebnis und zeichnete dafür den verantwortlichen Bereichsleiter Kurt Kerler und sein Team aus. Ein neuer Rekord stellte sich dabei auch bei neuen Kompaktgeräten ein. Im Segment Entsorgung und Recycling gab es ebenfalls eine neue Bestmarke. „Was unsere Umschlagbagger betrifft, sind wir auf dem richtigen Weg und werden im Lauf von 2021 wieder mit einigen Neuheiten aufwarten können“, versprach Fred Cordes. So gab es erste Einblicke in neue Maschinentechnik in der 18-Tonnen-Klasse, die dem Team vorgestellt wurde. Des Weiteren sind im Bereich Standardgeräte neue Produkte zu erwarten, weil etwa die GC-Serie weiterentwickelt und neue XE-Modelle eingeführt werden, gab Konrad Werkmann, Zeppelin Bereichsleiter das Produktmanagement, bekannt. Diese sollen dazu beitragen, die Population an neuen und gebrauchten Baumaschinen am Markt auszubauen. Aber auch im Bereich Komponenten sollen weitere Angebote – auch digitale – hinzukommen.

Fred Cordes (links) und Thomas Weber (rechts) von der Geschäftsführung bei Zeppelin Baumaschinen zeichneten Kurt Kerler (Mitte), den verantwortlichen Bereichsleiter für Gebrauchtmaschinen, und sein Team für die Rekordzahlen aus.

Neue und weltweite Rekordzahlen hat Zeppelin auch im Service erreicht – zulegen konnte man beim Umsatz beispielsweise bedingt durch die erzielten Serviceverträge oder die Ölanalysen im eigenen Öllabor. „Aktuell haben wir 55 000 Baumaschinen am Markt, die wir seitens Service betreuen. Die Mitarbeiter haben hier unter schwierigen Bedingungen unter vollem Einsatz eine erneute Höchstleistung erbracht“, so Thomas Weber, als Geschäftsführer bei Zeppelin Baumaschinen verantwortlich für den Service. Die hohe Auslastung führte dazu, neue Mitarbeiter einzustellen – für 2021 werden weitere Monteure gesucht. Forciert werden soll in Zukunft das Online-Ersatzteilgeschäft, der Ausbau von Serviceverträgen und das bereits erfolgreich etablierte Instandsetzungsprogramm Rebuild. Aber auch im Hinblick auf die Digitalisierung des Service wird weiter am Ausbau des Kundenportals gearbeitet, das inhaltlich weiterentwickelt wurde – so steht inzwischen eine mobile Version zur Verfügung.

Von den weltweit 1,8 Millionen Cat Baumaschinen sind eine Million vernetzt – zusätzliche Dienstleistungen sind geplant. So wird bei Caterpillar am Flottenmanagement gearbeitet, um es auf die Anforderungen der Kunden in Zukunft auszurichten, informierte Markus Gebauer, als er auf die Zukunftsthemen einging, die bei Caterpillar auf der Agenda stehen. Hierzu zählte er auch autonom fahrende Baumaschinen, die nicht nur erfolgreich in der Rohstoffgewinnung eingesetzt werden – seit inzwischen zehn Jahren sind autonome Skw von Cat im Einsatz und haben bislang 1,8 Milliarden Tonnen Material bewegt. Und nicht zuletzt beschäftigt sich der Baumaschinenhersteller mit alternativen Antrieben wie der Elektrifizierung von Baumaschinen.

Welche Aktionen, Marketingprogramme und Veranstaltungen 2021 geplant sind, darüber informierte wiederum Ilka Kallin, Zeppelin Bereichsleiterin Marketing. So wirft bereits die bauma 2022 ihre Schatten voraus, zu der sich Caterpillar und Zeppelin angemeldet haben, gab sie bekannt. Was die interne Weiterbildung betrifft, wird die Online-Seminarreihe „Bau Wissen auf“ für die Mitarbeiter fortgeführt, damit sie sich im Hinblick auf technische Neuerungen weiterbilden können, um für die Kundenberatung gerüstet zu sein. Darüber hinaus sind Online-Produktschulungen sowie Online- Fahrerschulungen vorgesehen. Fortgesetzt werden soll die Serie „Tech-Talk mit Besi“ mit Erklärvideos.

„Das zweite Corona-Jahr wird nicht leicht. Wir müssen weiter Gas geben. Aber wir sind in einem guten Markt unterwegs, der eine gewisse Stabilität bietet. Die Bauindustrie ist weiterhin bereit zu investieren, und darauf müssen wir vorbereitet sein“, stimmte Peter Gerstmann den Vertrieb und Service auf die bevorstehenden Aufgaben ein. Aus erster Hand gab Gastredner Oliver Kahn, Vorstandsmitglied vom FC Bayern München, Einblicke, wie es gelingt, Erfolge zu wiederholen, sich ehrgeizige Ziele zu setzen und dauerhaft an der Spitze zu bleiben. Parallelen im Vertrieb und Service von Cat Baumaschinen lagen nahe.

Januar-Februar 2021

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here