Was zeichnet die bauma in München aus? So viele Neuheiten in der Baumaschinentechnik auf einem Raum gibt es nirgends so geballt zu sehen, wie auf dem Messegelände. Doch nach welchen Kriterien werden die ausgestellten Geräte für die kommende Leitmesse der Branche vom 24. bis 30. Oktober 2022 ausgewählt und wie werden sie für die Besucher inszeniert? Hierfür wird nicht nur mit Effekten gearbeitet, sondern es braucht eine entsprechende Story, die erzählt werden will. Wir sprachen mit Ilka Kallin, Bereichsleiterin Marketing bei Zeppelin Baumaschinen, die mit ihrem Team in Abstimmung mit ihren Kolleginnen und Kollegen von Zeppelin Rental und Caterpillar den Messestand in der Halle B6 plant und wie sich hier Zeppelin und Caterpillar positionieren werden.

llka Kallin, Bereichsleiterin Marketing bei Zeppelin Baumaschinen, plant mit ihrem Team in Abstimmung mit ihren Kolleginnen und Kollegen von Zeppelin Rental und Cater-pillar den bauma-Messestand in der Halle B6. Foto: Zeppelin

Baublatt: Welche Kriterien müssen die Exponate erfüllen, damit sie bei Zeppelin und Caterpillar in der Halle B6 gezeigt werden?

Ilka Kallin: Wir konzentrieren uns auf unsere Kunden und wollen natürlich die Segmente unserer Kunden mit passender Technik präsentieren – deswegen ist die Bandbreite der Ausstellungsstücke mit über 50 geplanten Exponaten auch entsprechend groß. Sie reicht von Kompaktmaschinen für den Galabau über Baumaschinen für den klassischen Tief- und Erdbau, den Straßen- und Gleisbau und die Gewinnung von Rohstoffen bis hin zum Recycling und Abbruch. Anhand verschiedener Konfigurationen bei der Ausrüstung, darunter auch Spezialanwendungen, wollen wir einen Querschnitt unseres umfangreichen Portfolios darstellen. Entscheidend ist natürlich, was am Markt bei unseren Kunden gefragt ist und wo Caterpillar und Zeppelin Potenzial sehen. Im Wesentlichen kommt es darauf an, Produktneuheiten vorzustellen, um unseren Kunden einen Technologievorsprung zu bieten, damit sie sich so von anderen Anbietern abgrenzen können.

Baublatt: In Abstimmung mit der Messe München und dem Fachverband VDMA Baumaschinen und Baustoffanlagen wurden als wichtigste Branchenthemen der bauma 2022 die Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit definiert. Wie spiegelt sich das dann auf der Messe und bei den Exponaten wider?

Ilka Kallin: Das Zukunftsthema Nachhaltigkeit verkörpern eine Reihe von Cat Baumaschinen, die in der Halle B6 vertreten sein werden. Caterpillar verfolgt verschiedene Antriebskonzepte parallel – und das wird sich auch auf der Messe wiederfinden. Nachhaltigkeit ist ein weites Feld und da geht es nicht allein um Alternativen zum klassischen Dieselmotor, sondern auch um Aspekte wie Ressourcenschonung. Hierfür steht exemplarisch unser Instandsetzungsprogramm Rebuild, mit dem Baumaschinen nach vielen tausend Betriebsstunden ein weiteres Maschinenleben eingehaucht wird. Auch das werden wir wieder auf der bauma zeigen, weil es zu einem echten Erfolgsmodell geworden ist. Vernetzte Baumaschinen wiederum sind nicht erst seit dieser bauma ein Trend, sondern die Entwicklung wird auf der kommenden bauma weiter beschleunigt. Wir werden zahlreiche digitale Tools rund um den Baumaschineneinsatz präsentieren. Das passiert wieder in unserer Technologie-Area – hier ist der Name schon Programm. Da gibt es alles von A wie Assistenzsysteme bis Z wie den neuen Zeppelin-Cat-Shop. Unsere Philosophie, die wir schon viele Jahre lang erfolgreich verfolgen: Wir stellen nicht nur Baumaschinen alleine vor, sondern immer in Verbindung mit unseren produktnahen, produktbegleitenden bis hin zu integrierten Service- und Dienstleistungen, weil wir davon überzeugt sind, dass wir Kunden so einen höheren Mehrwert bieten können.

Baublatt: Schon seit jeher wurde bei Zeppelin darauf geachtet, neben Produktneuheiten den Service auf der bauma zu präsentieren. Wie vermittelt man Technologien, die mitunter komplex sind und erklärt werden müssen?

Ilka Kallin: Unsere Exponate werden auf der Messe stets von unseren kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem jeweiligen Fach-bereich wie dem Produktmanagement oder der Abteilung Service Technik Schulung betreut, die gezielt auf Fragen der Besucher eingehen. Außerdem bieten wir unsere bewährten und beliebten Standführungen an, zu denen man sich anmelden kann, um mehr Details zu erfahren. Digitale Technologie kann hier einen wesentlichen Beitrag leisten und manchmal auch abstrakt wirkende Baumaschinen-Technologien erlebbar machen. Dabei können Animationen oder virtuelle Darstellungen unterstützen. Diese schaffen einen Unterhaltungswert, und das wiederum nährt das Interesse, sich näher mit einem Produkt – vielleicht auch aus einem anderen Blickwinkel – zu beschäftigen und tiefer in die Materie einzusteigen.

Baublatt: Wie setzt man Baumaschinen auf der flächenmäßig größten Messe der Welt so in Szene, dass sie bei der Vielzahl der Exponate und unter den vielen Ausstellern trotzdem auffallen und Aufmerksamkeit erfahren?

Ilka Kallin: Wir haben ein klares Konzept und einheitliches Design, das sich wie ein roter Faden durchzieht, und das man selbst an Kleinigkeiten ablesen kann. Wir versuchen, unserem Messeauftritt eine Linie und eine Struktur zu geben und wollen eine verbindende Klammer schaffen. Wir achten ganz bewusst auf eine sichtbare Aufteilung zwischen Einzelbereichen. So steht jede Maschine für sich selbst, aber ist auch Teil eines Gesamtbildes. Wir müssen berücksichtigen, dass es verschiedene Zugänge in die Halle B6 gibt und sich Besucher aus verschiedenen Perspektiven den Cat Baumaschinen nähern. So ergibt sich immer ein anderer Blick auf unseren Stand und somit auch ein anderer Fokus auf die ausgestellten Technologien.

Baublatt: Großgeräte üben eine Faszination aus – woher kommt diese Begeisterung und wie kann man das Gefühl dieser Emotionen auf der bauma unter-stützen?

„Wir wollen unsere Branche und unsere Maschinen erlebbar machen. Diese Nähe wollen wir auf der Messe erzeugen, denn sie setzt Emotionen frei. Und genau diese wollen wir ansprechen.“

Ilka Kallin: Viele Besucher kennen überdimensional große Baumaschinen nur aus einschlägigen Fernsehreportagen und Dokus oder aus dem Internet von Youtube-Filmen. Auf der bauma gibt es die einmalige Möglichkeit, Baumaschinen-Giganten im Original gegenüberzustehen und sie live zu sehen. Erst dadurch wird das Größenverhältnis real und greifbar, wenn man sich etwa neben den Reifen eines Cat Muldenkippers stellt. Dann wird das Selfie davor oder in der gewaltigen Baggerschaufel gepostet. Das Ganze geht viral und man kann so bei Arbeitskollegen, Bekannten oder Freunden Eindruck machen. Wir wollen unsere Branche und unsere Maschinen erlebbar machen. Diese Nähe wollen wir auf der Messe erzeugen, denn sie setzt Emotionen frei. Und genau diese wollen wir ansprechen.

Baublatt: Ist die bauma nicht ein Selbstläufer und ist es als größter Aussteller in den Messehallen, der auch noch Produkte eines Marktführers präsentieren darf, nicht ein Kinderspiel, die nötige Aufmerksamkeit zu bekommen, weil ohnehin fast jeder Besucher in der Halle B6 vorbeischaut?

Ilka Kallin: Umso höher liegt natürlich die Messlatte, an der wir gemessen werden. Die Erwartungshaltung ist riesig – das gilt nicht nur für Besucher, sondern auch für die eigenen Mitarbeiter. Jeder erwartet etwas Einmaliges, etwas ganz Besonderes und dass die kommende bau-ma die bisherige Messepräsentation übertrifft. Diesem Anspruch versuchen wir, gerecht zu werden, indem wir quasi das Rad immer wieder neu erfinden. Wir wollen Neugier wecken, unser Unternehmen und unsere Branche attraktiv präsentieren und natürlich Lust auf Baumaschinen machen – das ist der ganze Anspruch hinter der bauma-Vorbereitung.

Baublatt: Welche strategischen Ziele verfolgt Zep-pelin mit einem Messeauftritt wie der bauma?

Ilka Kallin: Eine Messe wie die bauma entscheidet über Investitionen, entweder durch Geschäftsabschlüsse, die unmittelbar auf der Messe getätigt werden, oder aber auch erst im Nachgang. Auf der bauma werden die Weichen für die zukünftigen Geschäftsaktivitäten gestellt. Wer mit Produkten und der Präsentation punktet, davon wird abhängen, mit wem Unternehmen die nächsten Jahre in puncto Baumaschinen zusammenarbeiten wollen. So wie jede Messe gilt auch für die bauma: bestehende Geschäftsbeziehungen zu pflegen und zu vertiefen, aber auch neue Kunden zu gewinnen. Ganz wichtig ist es außerdem, eine Plattform für den persönlichen Kontakt sowie Austausch und die Kommunikation zu bieten. Die bauma ist darüber hinaus die Plattform schlechthin, neue Pro-dukte zu präsentieren und unser Markenimage zu pflegen. Darüber hinaus zieht die bauma inzwischen auch Bewerber für Jobs und Auszubildende an. Die Messe bietet gute Kontaktmöglichkeiten, sich als Arbeitgeber zu präsentieren und hoch engagierte Fachkräfte zu rekrutieren.

Baublatt: Wie viel Marketingbudget plant Zeppelin für die bauma ein?

Ilka Kallin: Bitte haben Sie Verständnis, dass wir diese Frage nicht offen kommunizieren. Natürlich ist das Messebudget für die bauma – gemessen an all unseren Marketingaktivitäten – das höchste, wobei wir hier auf Unterstützung durch unseren Partner Caterpillar zählen können. Man muss in Betracht ziehen, dass die Messe alle drei Jahre stattfindet und eine enorme Breitenwirkung hat, die das Investitionsverhalten massiv beeinflusst, sodass sich der ganze Aufwand letztlich auch wegen einer langfristigen Kundenbindung auszahlt.

Baublatt: Das Zielpublikum der bauma sind Männer. Womit spricht man die überwiegend männlichen Besucher am ehesten an?

„Neben neuester und innovativer Technik gibt es hier die Gelegenheit, Baumaschinen in einer Band-breite in Augenschein zu nehmen, die ihresgleichen sucht. Allein deswegen erklärt das schon die enorme Anziehung, dass eigentlich für fast jeden Fachmann aus der Bau- und Baustoffbranche der Besuch der bauma ein Pflichttermin ist.“

Ilka Kallin: Die bauma ist eine Messe der Superlative – hier werden Trends der Zukunft gesetzt. Alle Hersteller haben die einmalige Chance, die Attraktivität unserer Branche zu präsentieren. Neben neuester und innovativer Technik gibt es hier die Gelegenheit, Baumaschinen in einer Band-breite in Augenschein zu nehmen, die ihresgleichen sucht. Allein deswegen erklärt das schon die enorme Anziehung, dass eigentlich für fast jeden Fachmann aus der Bau- und Baustoffbranche der Besuch der bauma ein Pflichttermin ist. Nichtsdestotrotz wenden wir uns an jeden: ob Experte oder Expertin, Unternehmer oder Geschäftsführerin, Baggerfahrer oder Baggerfahrerin. Natürlich darf auch etwas Show nicht fehlen, wo sich Infotainment mit Entertainment verbinden. Und letztlich spielt auch die Verpflegung eine Rolle, die wir allen Besuchern in unserer Zeppelin Fahrer-bar anbieten. Dort gibt es Leberkäs-Semmeln und Bier gegen eine Spende, sodass wir damit nebenbei einen guten Zweck unterstützen.

Baublatt: Worauf achten Bauunternehmer, wenn sie Baumaschinen auf der bauma begutachten und sie dann letztlich auch kaufen?

Ilka Kallin: Cat Baumaschinen zeichnet das Gesamtpaket aus: Hier spielen Vorteile wie höhere Produktivität, niedrige Betriebskosten, mehr Fahrerkomfort und Sicherheit eine Rolle. Diesen Nutzen wollen wir vermitteln. Kunden bekommen bei Zeppelin durch unseren Vertrieb eine kompetente Beratung – und das sowohl auf der Messe, aber auch davor und danach, natürlich auch über alle Kanäle. Aber erst in Verbindung mit all unseren kundenspezifischen Servicedienstleistungen wird die ganze Sache rund und zu einem echten Mehrwert.

Baublatt: Was wollen Besucher der bauma sehen – welche Erwartungen muss ein Aussteller wie Zeppelin erfüllen?

„Wenn wir den bauma-Besuchstag zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben, sind wir sehr zufrieden.“

Ilka Kallin: Jeder, der auf die bauma kommt, hat andere Vorstellungen. Wir müssen möglichst viele davon treffen und dabei auch noch für einen positiven Überraschungsmoment sorgen, der lange im Gedächtnis haften bleibt, sodass man sich immer wieder gern an den Messebesuch erinnert und sich den nächsten bauma-Besuch wieder fest vornimmt. Wenn wir den bauma-Besuchstag zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben, sind wir sehr zufrieden. Zudem erwartet man von einem Marktführer wie Caterpillar neue Impulse für den Einsatz von Baumaschinen und Antworten auf Entwicklungen, welche die Automatisierung von Bauprozessen beschleunigen und den Einsatz von Baumaschinen nachhaltiger machen. Im Kern wollen die Besucher neueste Technik sehen, die für die Zukunft steht und ihr Geschäft in Zukunft erleichtert.

Baublatt: Was macht den Erfolg einer bauma aus

Ilka Kallin: Auf den ersten Blick sind es Rekorde, ob im Verkauf oder bei den Besucherzahlen. Doch was die bauma am Ende ausmacht, ist das Gesamtbild und die Stimmung, die während der ganzen Messewoche dann im kommenden Oktober herrscht. Wenn unser Stand auf Begeisterung stößt und Staunen auslöst, wenn unsere Besucher Teil unserer Zeppelin Cat Familie werden und wenn wir jedem Besucher einen unvergesslichen Besuch in der Halle B6 bereiten, haben wir erreicht, was wir uns wünschen und worauf wir über Monate hinarbeiten.

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