Das Kieswerk Morschenich Buir grenzt an das Braunkohlerevier des Hambacher Tagebaus. Dort erfolgt derzeit kein Abbau inklusive Kieswäsche, sondern es dient als Deponie für den unbelasteten Erdaushub. Die dort tätigen Baumaschinen wie eine Cat Raupe D5 und ein Cat Kettenbagger 330, welche die neue Maschinengeneration verkörpern, übernehmen die Verfüllung. Assistenzsysteme sind ihr Markenzeichen. Mit ihrer Hilfe wird das Gelände modelliert und anschließend wieder der Natur und für eine landwirtschaftliche Nutzung zurückgegeben. „Wir nehmen die Verpflichtung zur Rekultivierung sehr ernst und kultivieren sukzessive unsere abgebauten Flächen. Aktuell hoffen wir darauf, neue Abbauflächen in der Region zu bekommen. Denn wir wollen uns erweitern. Doch das wird immer schwieriger, obwohl jeder auf Baustoffe angewiesen ist und wir bezahlbaren Wohnraum benötigen. Aber das wird leider ausgeblendet“, erklärt Sebastian Collas, der zusammen mit seinem Bruder Christian das Unternehmen Christian Collas GmbH & Co. KG mit 50 Mitarbeitern in dritter Generation leitet.

So konzentriert sich wiederum deren Rohstoffgewinnung auf das Kieswerk Golzheim zwischen Merzenich-Golzheim und Kerpen-Blatzheim. Dort nimmt ein Cat Kettenbagger wie ein 336 mit seinem Löffel Sand und Kies auf und belädt damit einen Cat Dumper 730 – beide sind ebenfalls Vertreter der neuen Maschinengeneration. Cat Radlader wie der neue 962M sind in der Verladung im Einsatz, während eine Cat Raupe D6T den Abraum abschiebt, damit der Abbau und die Weiterverarbeitung erfolgen können. Sand und Kies werden in einer Siebanlage voneinander getrennt. Aus den Körnungen entstehen Pflastersplitt, Brech- und Mauersand.

Der dritte Standort des Unternehmens, das Kieswerk in Niederzier Ellen, widmet sich wiederum dem Recycling von Bauschutt sowie von Asphalt, die aufbereitet werden. Das Material wird dort direkt zu RCL Baustoff 0-45 verarbeitet. Jährlich beträgt die Nachfrage nach Gesteinskörnungen in Deutschland rund 590 Millionen Tonnen, so der Bundesverband Mineralische Rohstoffe. Aus mineralischen Bauabfällen aufbereitete Recyclingkörnungen werden dafür genauso eingesetzt wie Primärprodukte aus Steinbrüchen und Kiesgruben. „Leider haben wir mehr Anfragen nach Kies und Sand, doch unsere Kapazitäten sind ausgeschöpft. Genehmigungen für neue Abbauflächen zu bekommen, wird immer schwieriger. Von manchen Bürgern wird der Abbau kritisch gesehen, obwohl vielen die Konsequenzen gar nicht bewusst sind. Statt Rohstoffe vor Ort zu gewinnen, werden sie lieber von weit her transportiert“, beklagt der Unternehmer. Dabei setzt er alles daran, den Abbau im Einklang mit der Umwelt zu erbringen. So wurde etwa bei den neuen Radladern wie dem Cat 962M ein besonderes Rückfahrwarnsystem verbaut. „Es passt sich an die Geräuschkulisse der Umgebung an und die Lautstärke nimmt entsprechend zu oder ab, je nachdem wie laut oder leise es ist“, erklärt Sascha Müller, Serviceleiter der Zeppelin Niederlassung Eschweiler, die den Einbau übernommen hatte. Diese ist Hauptlieferant für die Arbeitsgeräte. So wurde der Maschinenpark bei der Firma Collas 2021 modernisiert. „Es ist das größte Paket der Firmengeschichte. Wir haben uns in Richtung moderne Motorentechnik und somit auf die neueste Abgasstufe ausgerichtet, um zu zeigen, dass es uns sehr ernst ist, um etwas hinsichtlich der Schadstoffvermeidung zu unternehmen. Dabei haben wir einen guten Mix gefunden“, führt Sebastian Collas aus. Deswegen wählte er zusammen mit seinem Bruder auch bei dem neuen Cat Radlader wie dem Cat 972M die XE-Technologie, die dank des leistungsverzweigten und stufenlosen Getriebes Ihresgleichen in dieser Größenklasse sucht. „Dieselpreise gehen nach oben und auch die CO2-Steuer wird steigen. Da kommt es auf den Kraftstoffverbrauch an“, ergänzt er. Und das hat ihn und seinen Bruder angetrieben, den Maschinenpark zu erneuern. Hinzugekommen sind die Cat Kettenbagger wie zwei 330, ein 336, ein Cat Dumper 730, drei Cat Radlader 962M, zwei Cat 972M XE, eine Cat Raupe D5 und eine Cat Walze CS 66B. Auch wurden fünf neue Lkw samt Tieflader bestellt – 17 Fahrzeuge, wie Sattelzüge, Zwei- und Dreiachser sowie Tandemzüge sind in Summe im Umlauf, um neben der Baustoffgewinnung, dem Recycling und dem Erdbau auch Transporte übernehmen zu können.

Eine weitere Investition betrifft die Aufbereitungstechnik. Eine neue Prallmühle von Kleemann vom Typ MR130 unterstützt das Unternehmen im Recycling. „Die 85 Tonnen schwere Anlage ist der größte Serienbrecher. Bis dato waren wir eine Nummer kleiner unterwegs, aber unser Backenbrecher zeigte zu starke Verschleißerscheinungen, sodass wir uns hier ebenfalls neu aufgestellt haben“, so Sebastian Collas. Das zog weitere Änderungen nach sich. Die Beschickung übernimmt nun ein Cat Kettenbagger 330 anstelle eines Cat 323. Ein größeres Gerät ist nötig, wenn in Spitzentagen zwischen 3 000 und 3 500 Tonnen verarbeitet werden. Falls es ein Auftrag erforderlich macht, wird der Brecher genauso wie die Baumaschinen auch auf Baustellen gebracht. „Passend dazu haben wir daher auch den Kettenbagger mit dem Cat Pulverisierer P325, dem Sortiergreifer G 324, dem Hammer H130 und einem Schrottmagneten ausgerüstet“, so Sebastian Collas. Umgestellt wurden alle Bagger auf den Schnellwechsler von OilQuick. Dies betrifft nicht nur die Kettenbagger 330 und 336, sondern auch den Cat Mobilbagger M320F. Um so zum Beispiel keinen Stau am Brecher aufkommen zu lassen, wenn dieser größere Brocken nicht verarbeiten kann, soll dann der Bagger schnell von Löffel- auf Hammereinsatz umgestellt werden können.

Zudem soll mit den neuen Baggern die Bandbreite an Aufgaben im Erdbau abgedeckt werden. Deswegen wird der Einstieg in die 3D-Steuerung verfolgt. Damit sind entsprechende Erwartungen verbunden, wenn Baugruben ausgehoben oder Keller ausgeschachtet werden. „Zwar sprachen die Kosten zunächst dagegen, denn mit einer Lasersteuerung sind wir bislang auch zum Ziel gekommen, doch es wird immer mehr 3D gefordert. Außerdem können wir so einen Mitarbeiter einsparen, der früher in der Sohle gestanden ist. Nun kann der Baggerfahrer damit alleine Böschungen wie aus dem Lehrbuch ziehen“, räumt der Geschäftsführer ein und begründet damit den Umstieg. Wenn dann 2021 für einen Großauftrag wie in Niederzier für ein neues Logistikzentrum 150 000 Tonnen Boden bewegt werden und rund 100 000 Tonnen RCL-Material eingebaut werden muss, will das Unternehmen davon bei zukünftigen Aufträgen profitieren. Neben der 3D-Steuerung nutzt man auch weitere Assistenzsysteme wie die Abziehautomatik, die integrierte Waage oder die Hub- und Schwenkbegrenzung. „Wir haben viel Aufwand betrieben, um alle Fahrer damit einzuweisen, denn für die Mitarbeiter war es Neuland“, so Sascha Müller.

Früher wurden viele Instandsetzungen in der eigenen Werkstatt gemacht. „Doch die Maschinentechnik wird immer komplexer. Inzwischen greifen wir hier bei Cat Baumaschinen auf den Full-Service von Zeppelin zurück, um die Verfügbarkeit hochzuhalten und damit wir uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren können. Denn was bringt uns ein Radlader oder Bagger, wenn er drei Wochen steht. Das kann uns mit der Niederlassung Eschweiler nicht passieren. Da ruft man an und in der Regel ist ein paar Stunden später ein Monteur vor Ort. Cat Maschinen sind zwar nicht die günstigsten, aber entscheidend ist der Service. Irgendwann geht immer mal etwas kaputt und in diesem Fall wissen wir, dass es eine Lösung gibt“, lobt Sebastian Collas die Zusammenarbeit. Dass dem Unternehmen schnell geholfen wird, dafür sorgen Sascha Müller sowie seine Kollegen, wie Außendienstmeister Erik Haberta. Auch andere Niederlassungen in NRW wie in Köln oder Neuss unterstützen bei Bedarf. „Das kann kein anderer anbieten“, ist Sebastian Collas überzeugt. Er nutzt wiederum die Flottenmanagementlösung Vision Link, um Wartungstermine abzustimmen und zu planen, wertet aber auch andere Betriebsdaten der Maschinen aus wie Betriebsstunden, Leerlauf sowie den Kraftstoffverbrauch. Während er sich um den Fuhrpark und das Büro kümmert, ist sein Bruder Christian als gelernter Schlosser für anfallende Reparaturen und die Bauleitung zuständig. „Grundsätzlich fahren wir aber schon beide auf Baustellen und schauen, dass alles läuft“, meint Sebastian Collas. Die Baustellen liegen zwischen Aachen und Köln, aber auch bis in Düsseldorf übernehmen sie Aufträge. „Für weitere Entfernungen suchen wir uns dann entsprechende Deponien“, fügt der Geschäftsführer hinzu.

Schlüsselübergabe im Doppelpack für Unternehmer Sebastian Collas (Mitte) und das Fahrerteam durch Sascha Müller (rechts), Serviceleiter, und Erik Haberta (links), Außendienstmeister, beide von der Zeppelin Niederlassung Eschweiler. Fotos: Zeppelin

Auch im Zuge der Hochwasserkatastrophe im Juli half das Unternehmen, um Sperrmüll zu beseitigen, und versuchte den Deich in der Nähe des Braunkohletagebaus Inden zu stabilisieren, den der Fluss überspült hatte. „Unsere Mitarbeiter hatten, ohne zu zögern, sofort ihre Hilfe angeboten und wir haben die Maschinen gestellt“, so Sebastian Collas. Das zeigt den Zusammenhalt im Team. „So wie alle anderen Betriebe suchen auch wir Maschinisten. Wir hoffen, dass wir durch unseren modernen Maschinenpark und durch ein attraktives Gehalt, das über dem Branchendurchschnitt liegt, überzeugen können“ – darauf bauen Sebastian Collas und sein Bruder Christian.

November – Dezmber 2021

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