Bis zu 50 000 Fahrzeuge täglich passierten zuletzt die Gumpenbachbrücke, die Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann als Achillesferse der Verbindung Stuttgart-Ludwigsburg bezeichnete. Weil das Bauwerk, das aus dem Jahr 1954 stammte und laut dem Landespolitiker das Rentenalter erreicht hätte, inzwischen bauliche Mängel hatte und so marode geworden war, kamen nur noch eine Sprengung und ein Ersatzneubau infrage. „Lieber einmal richtig Krach und dann ist alles vorbei“, brachte es Winfried Hermann auf den Punkt. Um die 3 000 Tonnen an stark armiertem Stahlbeton der Brückenplatte samt Überbau, Widerlager und Pfeiler zu zerkleinern und die Fundamente auszubaggern, wurden gleich drei schwere Geschütze in Form von Cat Baggern in der 50-Tonnen-Klasse von der Firma Wacker aus Filderstadt aufgefahren. Sie sollten den Brückenteilen den letzten Rest geben. Ein Cat 352F und Cat 352F XE flankierten einen Cat 352 der neuen Generation, der seinen Premiereneinsatz feierte.

Noch am Tag der Sprengung sollte die Straße für den Verkehr und ein Fußgängerweg wieder für Passanten passierbar sein, die unter der Gumpenbachbücke hindurchführten. Deswegen mussten sich Firmenchef Oliver Wacker und sein Team mit fünf Mitarbeitern ranhalten, und das erklärte auch das Räumkommando in Form des leistungsstarken Baumaschinentrios, mit dem die Abbrucharbeiten schneller über die Bühne gehen sollten. Das Zerlegen der Brücke in Stahl und Beton übernahmen die Cat Maschinen mithilfe von Hammer, Schere und Sortiergreifer. Mit dem Cat 352 der neuen Generation setzt Oliver Wacker auf entsprechende Schlagkraft und machte gleich selbst an den Joysticks die Probe aufs Exempel. „Jede neue Maschine will ich selbst mal ausprobieren und testen, um mich dann mit dem Maschinisten auszutauschen, wo wir noch nachjustieren können, etwa was die Einstellung der optimalen Hydraulikdrücke betrifft, und wo wir noch etwas an Effizienz herausholen können.“ Oliver Wackers erster Eindruck zum Maschinenkonzept fällt positiv aus. „Ich bin sehr zufrieden, was den Komfort betrifft. Der Bagger ist bedienerfreundlich und im Hinblick auf die Geräuschkulisse gegenüber seinem Vorgänger ein deutlicher Fortschritt.“

Premiereneinsatz nach der Sprengung für den Cat 352 der neuen Generation.

Der Kettenbagger der neuen Generation verspricht bis zu 45 Prozent mehr Betriebseffizienz, die durch Assistenzsysteme sichergestellt werden, indem sie die Bedienung vereinfachen und dem Fahrer wichtige Informationen zur Verfügung stellen. Davon will das Unternehmen nicht nur in Zukunft beim Rückbau profitieren – 2021 hat Wacker größere Brückenabbrüche, wie etwa an der A7, an Land gezogen –, sondern die Baumaschine soll auch im Erdbau sowie in der Rohstoffgewinnung, die als Dienstleistung ausgeführt wird, eingesetzt werden. Wacker ist bereits auf das Brechen und Sieben von Ausbauasphalt, Beton- und Mischabbruch spezialisiert und übernimmt deren Recycling. Auch im Fall der Gumpenbachbrücke wird der Stahlbeton vor Ort komplett aufbereitet und an anderer Stelle wiederverwendet. Eine weitere Dienstleistung zu dem bestehenden Standbein sind Schwertransporte, die nicht nur für eigene Geräte, sondern auch für Fremdfirmen ausgeführt werden. „Wir können also Maschinen in der 50-Tonnen-Klasse selbst befördern und sind so entsprechend flexibel, wenn wir diese für den Rückbau einsetzen wollen“, erklärt Michael Mack, der die Abbrucharbeiten seitens Wacker betreut.

Werden diese entlang von Autobahnen ausgeführt, sei dann wiederum E-Fence von Vorteil, dass verhindert, dass sich der Bagger außerhalb des vom Bediener definierten Bereichs bewegt. Hilfreich für den Abbrucheinsatz ist auch die Funktion Lift Assist. Diese ermittelt das Lastgewicht und vergleicht es mit der Traglastkurve des Baggers. Visuelle und akustische Warnmeldungen zeigen an, ob sich die Maschine in einem sicheren Arbeitsbereich befindet. Unterstützen soll außerdem zukünftig die integrierte Maschinensteuerung 2D, wenn der Aushub wie etwa für Brückenfundamente erfolgt oder ein Planum anzulegen ist. Viel erwartet sich Oliver Wacker von Payload, indem der Fahrer schneller die zulässige Lkw-Nutzlast erreicht, ohne dass dabei über- oder unterladen wird.

Seit der bauma 2016 arbeitet die Firma Wacker mit einem Cat 352F XE – der Abbruch an der Gumpenbachbrücke war sein letzter Einsatz. Die Baumaschine mit rund 8 000 Betriebsstunden hat Martin Wurst von der Zeppelin Niederlassung Böblingen in Zahlung genommen – sie verbleibt in Baden-Württemberg und wird dort auf anderen Baustellen ihren Dienst tun. Ersetzen wird sie die neue Maschinengeneration des Cat 352, mit dem Wacker seine Dienstleistungen verstärkt ausbauen will. „Mit der Zeit haben wir festgestellt, dass wir im Recycling und in der Aufbereitung allein an Grenzen stoßen. So hat es sich ergeben, weitere Märkte zu erschließen und zusätzliche Dienstleistungen anzubieten. Wir haben uns gewissermaßen spezialisiert und sind in Nischen vorgestoßen, indem wir auch kurzfristig investieren, was nicht jeder Unternehmer machen will, weil ihm das Risiko zu groß ist“, so Oliver Wacker. Das erklärt den beachtlichen Maschinenpark an Cat Geräten, den sein Unternehmen inzwischen aufgebaut hat und zu dem ein 140 Tonnen schwerer Tieflöffelbagger 6015B genauso gehört wie ein 390FL, 340, 336 der neuen Generation und 336FLN. Im Frühjahr soll dann noch ein 374 dazustoßen. „Damit“, meint Oliver Wacker, „haben wir dann die ganze Bandbreite an großen Baggern abgedeckt.“

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