Nasses Wetter machte es bei der Grasernte in diesem Jahr nicht leicht, den frischen Grünschnitt gleichmäßig in das Fahrsilo einzubringen und so zu verdichten, dass es nicht zur Schimmelbildung kommt und somit das Futter unbrauchbar wird. Umso wichtiger ist es, das passende Wetter abzupassen, weil der Grünschnitt nicht zu nass sein darf. Aspekte wie diese sind nicht die einzigen, die Andi Drexel berücksichtigt. Er arbeitet im Nebenerwerb als landwirtschaftlicher Lohnunternehmer und bewegt einen 122 kW (166 PS) starken Cat Radlader 926M in der Agrarversion. Hauptberuflich ist er Maschinist bei der Eisl GmbH und auch da ist die Baumaschine sein Arbeitsplatz. Denn sein Arbeitgeber unterhält als Galabauer mehrere Standbeine. Folglich sollte das Arbeitsgerät so ausgerüstet werden, dass es universell einsetzbar ist und auch auf Baustellen wie aktuell dem Bad Georgenschwaige in München-Nordschwabing Dienst tun kann. Dort entsteht in Zwischennutzung ein Freizeitgelände.

Hilft selbst beim Füttern. Fotos (2): Zeppelin

Entsprechend angepasst wurde die Maschine von Andi Drexel, gelernter Bau- und Landmaschinenmechatroniker. Er hat eine Grüngutgabel zusammen mit einem befreundeten Metallbauer selbst gebaut. Damit verteilt er den Grünschnitt und schiebt ihn im Silo zusammen. Dabei profitiert die Lademaschine von ihren Breitreifen 750/65 MegaXbib, die für die nötige Verdichtung der Grassilage sorgen. Von Vorteil sind laut Fahrer der Allradantrieb und das Sperrdifferenzial der Vorderachse, denn er braucht Traktion, wenn er auf den Silohaufen fährt, denn da geht es bergauf. Vor Kurzem hat der Maschinist noch einen Adapter bestellt, um an den Lader eine Gabel anbauen zu können, mit der er Strohballen lädt, um Milchkühe zu füttern. Außerdem will er eine Mistgabel sowie Kehrmaschine benutzen. Weitere Extras: eine Druckluftpistole in der Kabine, um diese sauber zu halten und von Feinteilen freizublasen, wie sie in landwirtschaftlichen Einsätzen gang und gäbe sind. Typisch für den Lader in der Agrarausführung ist sein Turbo II Vorzyklonabscheider, der vor dem Luftfilter angebracht ist. Dieser verlängert die Lebensdauer des Luftfilters und die Intervalle zur Reinigung. Ein Umkehrlüfter hält das in einer Ebene angeordnete Kühlpaket mit seinen Blöcken sauber vor aufwirbelnden Partikeln. Eine Kupplung erhielt die Maschine ebenfalls, um Anhänger mit zwölf und 24 Volt ziehen zu können. Mit dem Lader wurde schon ein Tieflader samt 13 Tonnen schwerem Kettenbagger bewegt. „Damit reicht ein Führerschein der Klasse L, denn der Radlader ist als landwirtschaftliche Zugmaschine zugelassen“, so Andi Drexel. Diesen fährt er auch für den Maschinenring Fürstenfeldbruck. „Da ist es für die Abrechnung gut zu wissen, was er an Sprit braucht“, meint er. Konkret sind es im Schnitt 9,5 Liter in der Stunde.

Auch auf Baustellen wird der Lader in der Agrarversion genutzt. Foto: Eisl

Mit Einsätzen in der Landwirtschaft hat der Radlader seine Möglichkeiten beileibe nicht ausgeschöpft. Auch auf den Baustellen setzt das Unternehmen Eisl auf den Cat 926M. So wie auf dem Freigelände des Münchner Bads Georgenschwaige. Weil ein Brand im März die Bädertechnik zerstörte und somit die Nutzung der Schwimmbecken für diese Badesaison nicht möglich machte, ließ die Stadt München eine Zwischennutzung zu, um der Bevölkerung ein Freizeitangebot als Alternative zu bieten. Das Freigelände umfasst einen Biergarten und eine Kulturbühne mit LED-Leinwand inklusive eines Open- Startklar für den nächsten Einsatz. Schlüsselübergabe mit Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung des Zeppelin Konzerns, Michael Bercher, Feuerwehr Friedrichshafen, Louis Laurösch, Stadtbrandmeister, Hans-Jörg Schraitle, Leiter des Amtes für Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung, Andreas Brand, Oberbürgermeister, Dieter Stauber, Bürgermeister, und Felix Engesser, zukünftiger Nachfolger von Louis Laurösch (von links). Fotos: Zeppelin Air-Kinos. Es gibt Platz für Fußball und Tischtennis sowie Beachvolleyball und Beachsoccer. Zwei Schwimmbecken sind statt mit Wasser mit Sand gefüllt. Den Sand brachte der Cat 926M, den dann ein Cat Minibagger 305E2 CR verteilt hat. Dieser wurde über einen teleskopierbaren Lasthaken ins Becken gehoben. „Mit seinen 13 Tonnen ist der Radlader das größte Modell in unserem Maschinenpark, in dem vor allem Minibagger dominieren“, so Geschäftsführer Timo Eisl. Er hat noch mehr vor mit der Baumaschine. Mit ihr lässt er bereits Haufwerke mischen und Substrate von Baugruben herstellen. Bei einem Abbruchprojekt in der Münchner Innenstadt wurde mit dem Lader die Hinterfüllung vorgenommen. „Wir können nun damit weitere Einsätze bedienen. Galabau und Landwirtschaft sind grüne Branchen. Sie stehen einander ohnehin nahe und haben eine enge Verbindung“, führt der Geschäftsführer aus. Der von ihm und seinem Vater Silvester Eisl geführte Familienbetrieb versteht sich als Dienstleiter, der sich auf Pflege- und Instandhaltungsmaßnahmen rund um Grünflächen konzentriert. Neben den typischen Galabauarbeiten betreibt das Unternehmen eine Baumschule samt Schaugarten in Verbindung mit der Baumschule Lorenz von Ehren.

Juli – August 2021

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