„Ein jedes Ding muss Zeit zum Reifen haben“ – das behauptete schon William Shakespeare. Das mag für würzigen Käse und Wein mit vollem Aroma gelten, aber trifft nicht minder auf Baumaschinen zu. Doch heute wollen viele stets das allerneueste Gerät, kaum einer entscheidet sich bewusst für den schon im Einsatz bewährten Vorgänger. Anders die Gieseke GmbH aus Rheine. Ihre drei neuen Arbeitsmaschinen im firmenroten RAL-Ton 3000 sind Schlüsselgeräte und sollten darum keine Kinderkrankheiten haben. Deswegen wählte das Bauunternehmen zwei M318F, um nichts dem Zufall zu überlassen. Die Serie wurde 2017 noch mal technisch verfeinert und hat sich in Tausenden von Betriebsstunden auf Baustellen rund um den Globus bewährt. Beim 2016 eingeführten Kurzheckbagger M317F ist es nicht anders: Auch hier handelt es sich um eine Baumaschine, die sich seitdem insbesondere im Kanal- und Tiefbau landauf, landab behauptet und auf die Gieseke deswegen setzt.

Dass auf den Baustellen mit Cat Geräten gearbeitet wird, geht auf die Maschinisten zurück, die sich dafür starkgemacht haben. Ihrem Wunsch kam die Geschäftsführung gerne nach. Zumal die Technik durch Leistung und den Preis überzeugen konnte, den Carl Brinkmann von der Zeppelin Niederlassung Osnabrück unterbreiten konnte. Die komplette Abwicklung von der Beratung über die Preisverhandlung bis hin zur Regelung aller Formalitäten bezüglich Ausstattung und Auslieferung erfolgte coronabedingt mit gebührendem Abstand digital vom Homeoffice aus, um direkte Kontakte und somit die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden. „Das Beispiel zeigt, wie gut der Geschäftsbetrieb ungehindert weiterläuft und Besprechungen eben digital via Teams abgehalten werden können“, meint dazu Carl Brinkmann. So wie Zeppelin setzt auch Gieseke bei Mitarbeitern, die sonst im Büro arbeiten, auf Homeoffice. Für das Personal auf den Baustellen wurden auch Regelungen getroffen, um die Lage zu entzerren und für mehr Abstand zu sorgen.

Volker Böckmann (Mitte), Geschäftsführer der Firma Gieseke, mit Patrick König (rechts), Leiter KV Nord, und Carl Brinkmann (links), leitender Verkaufsrepräsentant der Zeppelin Niederlassung Osnabrück. | Foto: Gieseke

Das Mobilbagger-Trio wird den Maschinenpark, bestehend aus drei Cat Radladern 907M, einem Cat Mobilbagger M318C und M315D sowie einem Cat Kettenbagger 324E, verstärken. Eingesetzt werden die neuen M318F und der neue M317F für Schacht- und Aushubarbeiten. Außerdem müssen sie ein Planum herstellen und Geländeprofile anlegen. Dafür nutzt das Bauunternehmen Maschinensteuerung in Form von 3D. Das wirkt sich positiv auf Leistung und Effizienz aus. Auch im Hinblick auf Ressourcenschonung ergeben sich Vorteile, weil etwa weniger Material umgeschlagen wird. Gieseke setzt bei den Mobilbaggern auf die Philosophie des Trägergeräts. Um die Bandbreite an Anwendungen zu steigern, wird mit einer Vielzahl an Werkzeugen gearbeitet. Das umfasst Tieflöffel mit und ohne Zähne, diverse Grabenräumlöffel, Sieblöffel, Zweischalengreifer und Anbauverdichter. Deren schnelle Wechsel stellt der hydraulische Schnellwechsler OilQuick sicher.

Das Familienunternehmen mit Sitz in Rheine besteht seit 1901 und heute in der vierten Generation. Beschäftigt werden 174 Mitarbeiter. 20 Prozent der Arbeiten entfallen auf öffentliche Auftraggeber in der Region. Für 80 Prozent der gewerblichen Kunden ist Gieseke deutschlandweit tätig und profitiert derzeit vom Boom in der Logistik und Lebensmittelbranche. So erweiterte das Unternehmen für die Deutsche Post und DHL das Paketzentrum in Eutingen im Schwarzwald. Der Ausbau der Kapazitäten war aufgrund des zunehmenden Online-Handels und -Versands nötig geworden. So wurden weitere Abstellplätze in Betonbauweise sowie neue und breitere Zufahrten in Asphaltbauweise von Gieseke geschaffen. Diese enthalten ein gesamtes Entwässerungssystem inklusive zwei Pumpwerken, einem Lamellenklärer und einem Stauraumkanal mit einem Innendurchmesser von 2,40 Metern. Für die Beleuchtung der zu erstellenden befestigten Oberflächen wurde ein neues Netz an Stromversorgung und Leerrohren installiert. Auch die Lebensmittelbranche expandiert: Rewe baut in Breuna bei Kassel sein Logistikzentrum aus. Deswegen wird die bestehende Fläche auf 33 000 Quadratmeter erweitert. Hierzu werden neue Lkw-Stellplätze geschaffen und Medienkanäle verlegt. Auch da ist Gieseke aktuell gefordert.

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