Dass neue Technik angenommen wird, ist nicht selbstverständlich. Entsprechend hoch ist die Messlatte bei Neuentwicklungen. Das war nicht anders, als 1985 Caterpillar das Konzept hochgesetzter Antriebsräder seiner Laufwerke auf die Baureihe mittelgroßer Dozer erweiterte. Die Modelle Cat D4H, D5H, D6H und D7H waren die ersten, die damit ausgestattet waren. Die Vorteile der Konstruktion für die 100 bis 250 kW starken Kettenraupen konnten die Anwender bis heute überzeugen, sodass 35 Jahre nach dem Start der Serienproduktion ein besonderes Jubiläum gefeiert wird: 175 000 Raupen in der mittleren Größenklasse rollte Caterpillar seitdem aus. 

Caterpillar feiert Jubiläum bei mittelgroßen Dozern
Drei Jubiläumsmaschinen vor der Übergabe. Foto: Caterpillar

Was bei den Anwendern ankam: Die Konstruktion mit hohem Antriebsrad passte sich besser an den Boden an und verzeichnete längere Haltbarkeit, Wartungsfreundlichkeit und Leistung im Vergleich zur konventionellen Antriebskonstruktion aus. Zudem ermöglichte das erhöhte Antriebsrad den Bewegungsspielraum der vorderen und hinteren Kettenspannrollen. Dies trägt dazu bei, die Maschinenbalance und den Bodendruck für bestimmte Anwendungen leichter fein abzustimmen. Mit den Modellen D4H und D5H wurden zum ersten Mal VPAT-Schilde für Planierraupen mit hohem Antrieb zur Verfügung gestellt, um Arbeiten durch Planieren mit höheren Geschwindigkeiten schneller fertigzustellen. 

„Einer der ursprünglichen Werbeslogans der frühen Dozer lautete „Beyond Known Capabilities“ – über die bekannten Fähigkeiten hinaus. Damit wurde ein neuer Standard für Effizienz, Produktivität und Bedienungsfreundlichkeit gesetzt“, erklärte Wes Holm, Chefingenieur für mittlere Raupen bei Caterpillar. „Mit unserer nächsten Raupengeneration, zu der die neuen Modelle D5, D6 und D7 gehören, werden wir Produktivität und Effizienz auf ein höheres Niveau heben“, so Wes Holm. Während mittlere Planierraupen in Piracicaba, Brasilien, und Rayong, Thailand, gefertigt werden, entstehen die Cat D6 und D6 XE ausschließlich in Ost-Peoria, Illinois, und Échirolles/Grenoble, Frankreich (siehe dazu den Bericht auf Seite 12). 

Drei Jubiläumsmaschinen gingen jüngst in den Einsatz, die besonders gekennzeichnet waren: So wurden die Seitenwände mit einem besonderen Aufkleber versehen, die auf den Meilenstein von 175 000 Einheiten hinwiesen. Auch im Inneren ist das Jubiläum abzulesen, indem die Kopfstützen des Fahrersitzes damit bestickt worden waren und den Status der limitierten Auflage unterstrich. Die ersten beiden Jubiläumsmodelle waren dieselelektrische Raupen vom Typ Cat D6 XE in einer dunkelgrauen und schwarzen Lackierung. Sie stehen somit im Kontrast zu Modell Nummer drei: einer D6 mit vollautomatischem Vierganglastschaltgetriebe im traditionellem Cat Design in Gelb und Schwarz. 

Eine der D6 XE ging an Goodfellow Bros., langjähriger Caterpillar Kunde und Eigentümer mehrerer Cat Raupen. 2021 steht dem in Familienbesitz befindlichen Bauunternehmen in der vierten Generation aus Wenatchee, Washington, selbst ein großes Jubiläum bevor: Es kann sein hundertjähriges Bestehen feiern. Den zweiten Cat D6 XE erhielt Holt Cat aus San Antonio, Texas. Die langjährige Beziehung zwischen Caterpillar und Holt geht auf die Ursprünge des Unternehmens zurück, als Benjamin Holt 1904 den Raupentraktor Caterpillar erschuf. Die Konstruktion der D6 XE verkörpert 116 Jahre kontinuierlicher Innovation seit Holts ursprünglichem Dozer. Und der dritte Jubiläums-Dozer in Form der D6 wurde an den kanadischen Händler Finning Cat geliefert, der ihn an Midwest Pipelines Inc. mit Sitz in Spruce Grove, Alberta, verkaufte. Das sich in Familienbesitz befindliche Unternehmen unterhält eine Dozer-Flotte aus fast hundert Maschinen, die zum Bau von Pipelines eingesetzt werden. Auch das ist neben der klassischen Erdbewegung ein Anwendungsgebiet der Raupen.

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