Metall- und Schrottrecycler Götz setzt Cat Minibagger 308 CR ein

Sortieren ist die Quintessenz der Verwertung, auf die es im Recycling hinausläuft. Nur wer sortenrein die Wertstoffe trennt, kann maximale Wertschöpfung und hohe Qualität erzielen. Seit der 2017 in Kraft getretenen Novelle der Gewerbeabfallverordnung, die zum Jahresanfang 2019 erneut ausgebaut wurde, um die stoffliche Verwertung noch stärker zu fördern und weniger Rohstoffe zu verschwenden, müssen Sortieraufgaben noch akribischer erfolgen als in der Vergangenheit. Das hat sich die Götz GmbH aus Neu-Ulm längst auf die Fahnen geschrieben. Sie setzt für den Schrott- und Metallumschlag am Standort Weißenhorn jedoch nicht ausschließlich große Umschlagbagger ein, sondern dort haben kompakte Baumaschinen wie ein neuer Cat Minibagger 308 CR mit Kurzheck und Sortiergreifer ein umfangreiches Betätigungsfeld gefunden.

Sortieren im Stationsbetrieb
Geschäftsführer Michael Götz (Zweiter von links), Fahrer Siegfried Keller (Zweiter von rechts), mit Zeppelin Niederlassungsleiter Daniel Rohloff (links) und Zeppelin Verkaufsrepräsentant Alexander Fuchs (rechts). Fotos: Zeppelin

Noch sind solche Kompaktgeräte auf Schrottplätzen eher in der Minderheit – stattdessen dominiert das Auslesen von Hand. „Das wird sich ändern. Mit der Gewerbeabfallverordnung müssen Betriebe noch besser vorsortieren. Daher fragen viele Unternehmen Maschinentechnik an, die diese Aufgabe übernehmen können. Oftmals ist dafür ein schweres beziehungsweise großes Gerät eher hinderlich und eine Kompaktmaschine, wie das Beispiel Götz zeigt, viel besser geeignet“, erklärt Daniel Rohloff, Zeppelin Niederlassungsleiter in Ulm-Weißenhorn. Der Schrott- und Metallrecycler Götz unterhält knapp fünf Minuten davon entfernt einen Umschlagplatz zur Aufbereitung. Für diesen hat ihm Zeppelin Verkaufsrepräsentant Alexander Fuchs einen knapp neun Tonnen schweren Cat Minibagger der neuesten Generation mit zusätzlichem Kontergewicht empfohlen, der mithilfe seines HGT-Greifers angelieferte Wertstoffe aus dem Schrotthandel aussortiert und diese dann auf verschiedene Boxen verteilt. „Wir müssen auf unserer Sortierstelle schnelle und präzise Bewegungen ausführen können. Ein größeres Gerät wäre auf dem Platz nicht zweckmäßig“, definiert Michael Götz, Geschäftsführer des Betriebs, die Anforderungen.

Warum das Unternehmen schon länger kompakte Baumaschinen für die anstehenden Aufgaben entdeckt hat, hat mit der Historie am Standort zu tun. 2014 übernahm der Entsorger Götz das Recyclingunternehmen Rohstoffverwertung Weißenhorn. „Wir hatten damals viele Erd- und Umbauarbeiten zu erledigen, wofür wir uns einen gebrauchten Minibagger in die Ecke gestellt haben. Ruckzuck war für Testzwecke ein Sortiergreifer dran und die Maschine war quasi voll im Einsatz“, so Michael Götz. Daraus entwickelten sich feste Aufgaben bei der Sortierung, die sukzessive immer mehr wurden, sodass Minibagger nicht mehr wegzudenken sind. Mittlerweile sind auf dem Gelände neben Umschlagmaschinen wie einem Cat M325DLMH zwei Minibagger zugange. „Sie sind mit den Sortierarbeiten voll ausgelastet“, meint Vorarbeiter und Minibaggerfahrer Siegfried Keller.

Sortieren im Stationsbetrieb
In Ulm-Weißenhorn hat ein neuer Cat Minibagger 308 CR mit Kurzheck und Sortiergreifer ein umfangreiches Betätigungsfeld beim Sortieren.

Ausgerüstet wurde der neue Cat 308 CR mit einem langen Stiel, um mehr Reichweite zu generieren. „Ich muss damit Profile und Bleche herausziehen, was mühelos damit funktioniert. Die Maschine hat eine ungeheure Kraft auf dem Greifer“, bewertet der Maschinist seinen neuen Arbeitsplatz. Auch Kabeltrommeln zerlegen, sofern sie eine gewisse Größe nicht überschreiten, kann er mühelos mit dem Minibagger, wenn er das Holz vom Kabel trennt. Eine weitere Aufgabe des Minibaggers: Er muss die Presse mit verpackter Mineralwolle beschicken, die dann daraus Ballen presst, die dem Deponiebau dienen. „Der Innenbereich der Maschine ist granatenmäßig. Das Ganze sieht aus wie ein hochmodernes Cockpit“, lobt der Maschinist die Ausstattung. Sein Chef Michael Götz freut sich darüber, dass die Maschine bei ihm so gut ankommt.

Neu und einzigartig bei der Baumaschine ist die Joystick-Lenkung, die Siegfried Keller das Manövrieren am Einsatzort erleichtert. Mit nur einem Knopfdruck kann er jederzeit von herkömmlicher Fahrsteuerung mit Hebeln und Pedalen auf Joystick-Lenkung umschalten. „Mit nur einem Knopfdruck habe ich das Fahrwerk auf dem linken Joystick“, so Keller. Die Stahlketten des Laufwerks am Cat 308 CR wurden mit Gummipads bestückt. 

Sortieren im Stationsbetrieb
Mithilfe seines HGT-Greifers werden angelieferte Wertstoffe aus dem Schrotthandel aussortiert.

Der Minibagger ist die jüngste Investition, die das Unternehmen Götz am Standort Weißenhorn tätigte. 2019 wurde dort ein modernes Wiegehaus für die Mitarbeiter installiert. Darüber werden sämtliche Warenbewegungen erfasst, befundet und abgerechnet. Seit 1986 widmet sich die Götz GmbH der Aufbereitung von Metall und Schrott und ist mittlerweile Komplettentsorger für sämtliche festen Abfälle aus Industrie, Gewerbe, Bau und Abbruch. Entsorgungsdienstleistungen werden nicht nur am Firmensitz erbracht, sondern neben Weißenhorn auch am weiteren Standort in Memmingen. Für sämtliche Abfallarten werden konsequent Absatzmärkte entwickelt, wie beispielsweise Gießereien, Stahlwerke und Metallschmelzwerke für Altmetalle. Über 2 100 Container sind für Kunden im Umlauf. Die Unternehmensgruppe beschäftigt rund hundert Mitarbeiter und bewegt mit dem eigenen Fuhrpark pro Jahr eine Gesamtmenge von rund 200 000 Tonnen. „Das Erfassen, Sortieren, Aufbereiten und Konditionieren ist dabei unser Kerngeschäft, das wir immer weiter professionalisieren wollen. Mit dem neuen Minibagger wollen wir für Erleichterung sorgen und körperliche Tätigkeiten auf ein Minimum reduzieren“, erklärt Geschäftsführer Harald Götz, der Vater von Michael Götz. Ausgeführt werden neben der Abfallentsorgung und dem Wertstoffrecycling unter anderem die Baustellenentsorgung sowie Rückbauten und Industriedemontage wie von Autobahnbrücken – 2019 wurde die Neckartalbrücke zerlegt unter Mitwirkung von Götz. „Viele beherrschen den Umgang mit dem Schneidbrenner nicht mehr oder finden dafür einfach nicht die richtigen Mitarbeiter, aber das ist eine unserer Kernkompetenzen, sodass wir das für andere ausführen und tonnenschwere Eisenteile zerlegen“, meint Michael Götz. Und dann geht es wieder ans Sortieren. 

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