Zeppelin baut 24-Stunden-Bereitschaftsdienst für Cat Zweiwegebagger auf

Irgendwann kommt der Moment, dann streikt eine Baumaschine und gibt ihren Geist auf. Ungünstig, wenn es mitten in der Nacht und womöglich noch am Wochenende oder Feiertag passiert. Richtig teuer kann es werden, wenn auf einer Baustelle der Bahn plötzlich nichts mehr geht, weil sich ein Cat Zweiwegebagger M323F auf dem Gleis nicht mehr vom Fleck rührt und dann Konventionalstrafen drohen. Solche Szenarien will kein Bahnbauunternehmen und sein Zweiwegebaggerfahrer erleben müssen. Deswegen hat Zeppelin ein Servicekonzept dafür entwickelt und einen extra 24-Stunden-Notdienst im Service eingerichtet, der für solche Fälle vorbereitet und dann zur Stelle ist. Doch damit bei den Servicemitarbeitern jeder Handgriff sitzt, um rasch wieder den Cat Zweiwegebagger auf Vordermann zu bringen, wurden sie für diesen Einsatz intensiv geschult. Damit sind sie nun in der Lage, Reparaturen und Diagnose-, Instandhaltungs-, Aus-, Um- sowie Nachrüstarbeiten am Cat M323F durchzuführen, wenn die Maschine auf dem Gleis steht. 

Service, bitte kommen!
Servicetechniker müssen wissen, wie sie an den Rädern und Reifen mithilfe des Messgeräts in Form einer QR-Lehre die Spurkranzdicke und Spurkranzhöhe feststellen können, um den Verschleiß zu ermitteln. Fotos: Zeppelin

Neben der Zeppelin Niederlassung in Frankenthal wurde nicht nur ein 80 Meter langes Testgleis installiert, sondern es wurden auch Schulungsbedingungen für die Mitarbeiter geschaffen. Dazu wurden extra Absperrungen sowie ein Podest montiert – schließlich gelten bei Bahngleisen besonders hohe Anforderungen hinsichtlich Arbeitsschutz und -sicherheit. Das richtige Verhalten muss für den Ernstfall beherrscht werden. Deswegen wurde ein externer Trainer hinzugezogen, der die Mitarbeiter in puncto Sicherheit für Arbeiten an Gleisanlagen unterwies, denn nur dann sind sie auch dazu berechtigt.

In Kursen mit jeweils zehn Teilnehmern wurden Servicemitarbeiter eine Woche lang von der Zeppelin Abteilung Service Technik Schulung (STS) unterrichtet, wie sie schnell und fachkundig einen Maschinenschaden beheben können. In Summe haben 70 Mitarbeiter die Schulung absolviert. „In jeder unserer 35 Niederlassungen in Deutschland haben wir nun zwei Mitarbeiter, die auf einen Serviceeinsatz auf dem Gleis vorbereitet sind. Somit ist unser Service gut aufgestellt und wir können flächenmäßig jede Region abdecken“, meint Thorsten Erdmann, Instructor seitens STS, der die Schulungen abhielt. 

Berechtigt zur Schulungsteilnahme waren die Beschäftigten, die in Zukunft an den Cat Gleisbaggern Hand anlegen sollen und die bereits bei Zeppelin einen Kurs zu den Cat Mobilbaggern absolviert hatten, denn darauf baut der M323F auf. Vertieft wurde daher das Wissen rund um den Schienenradantrieb – das Antriebskonzept ist ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal der Cat Technologie. 

Die vier Schienenräder des Baggers werden direkt hydrostatisch angetrieben und auch gebremst. Servicetechniker müssen wissen, wie sie den Schienenradantrieb richtig einstellen müssen. Deswegen hatten sie bei der Schulung die Gelegenheit, den Cat M323F und seinen Fahrantrieb samt Bremssystem selbst auf dem Testgleis zu prüfen und konnten das Ein- und Ausgleisen selbst ausprobieren. Sie müssen aber auch die Bremskraft regeln können, denn im Fall von nassen Schienen dürfen die Räder nicht blockieren und der Zweiwegebaggerfahrer muss im Notfall sofort eine Notbremsung einleiten können. Der Cat M323F beherbergt mehrere Not- und Sicherheitssysteme, wie ein Not-Hydraulikaggregat, um den Bagger auch dann wieder flottzumachen, wenn der reguläre Antrieb ausfallen sollte – der Oberwagen muss in Fahrtrichtung geschwenkt, die Bremsen müssen gelöst werden können. Zu den Aufgaben der Servicetechniker gehört auch die Hub-Schwenkbegrenzung auf dem Gleis zu überprüfen, falls es nötig ist. Verschiedene Diagnose-, Mess-, Konfigurations- und Kalibrierungsinstrumente unterstützen sie dabei, Fehler an dem Zweiwegebagger zu finden.

Service, bitte kommen!

Bei der Schulung erhielten sie auch Instruktionen von Thorsten Erdmann, wie sie Messegeräte wie ein Hydac anwenden, um den Hydraulikdruck zu messen. Oder sie lernten, wie sie an den Rädern und Reifen mithilfe des Messgeräts in Form einer QR-Lehre die Spurkranzdicke und Spurkranzhöhe feststellen können, um den Verschleiß zu ermitteln. 

Weil immer mehr Elektronik und somit Sensoren, Rechner und Kabel in den Baumaschinen wie auch dem Zweiwegebagger stecken, spielen moderne Diagnosemethoden auch bei der Zweiwegetechnik eine immer größere Rolle. Laptop und Software sind längst elementare Hilfsmittel, um Fehlermeldungen schnell analysieren zu können. Reagiert der Zweiwegebagger nicht so wie er soll, müssen die Zeppelin Servicetechniker die Ursache ermitteln und nach einer Lösung suchen. Hier kommt die computerunterstützte Systemdiagnose ins Spiel, die den Mitarbeitern hilft, Fehlercodes zu interpretieren und schnell die richtigen Rückschlüsse ziehen zu können, um die passenden Reparaturmaßnahmen einzuleiten. Nicht immer ist die Ursache eines Fehlers eindeutig. In solchen Fällen sind die Techniker jedoch nicht sich selbst überlassen, sondern können auf Kollegen der Abteilung STS wie Thorsten Erdmann zählen, die sie unterstützen, wenn ein Problem auftaucht. 

Service, bitte kommen!
In Kursen mit jeweils zehn Teilnehmern wurden Servicemitarbeiter eine Woche lang von der Zeppelin Abteilung Service Technik Schulung (STS) unterrichtet, wie sie schnell und fachkundig einen Maschinenschaden am Zweiwegebagger beheben können.

Während das Team der STS interne Trainings und Weiterbildungen für Cat Baumaschinen konzipiert, hat die interne Serviceorganisation das Service- Notfallkonzept für den Zweiwegebagger entwickelt und die technischen Voraussetzungen für einen Bereitschaftsdienst außerhalb der regulären Öffnungszeiten der Niederlassungen geschaffen. Kunden können entweder direkt die Niederlassung kontaktieren oder über das Zeppelin Kundenportal einen Bedarf für so einen Einsatz anmelden. Die jeweilige Niederlassung klärt dann die Details ab und legt fest, welcher Mitarbeiter von Zeppelin in Rufbereitschaft ist. Sobald Kunden die Leistung in Anspruch nehmen wollen und der Zeitraum, ob während der Nacht, am Wochenende oder Feiertag, eingegrenzt wurde, erhalten sie eine kostenlose 0800-Rufnummer. „Wir haben hier natürlich vorgesorgt, sollte die Nummer belegt sein und weitere Nummern als Ersatz hinterlegt“, so Karl Kunz, Projektmanager Service bei Zeppelin. Darüber können sie den zuständigen Servicetechniker kontaktieren, der dann zur Stelle ist und hilft, das Gerät schnell flottzumachen oder vom Gleis zu holen.

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