Anzutreffen ist er entlang der Autobahn: der neue Cat Kurzheckbagger M315F. Die Baumaschine der Högl Kompost- und Recycling GmbH wird zur Rodung von Gehölz eingesetzt, um die Verkehrssicherheit aufrecht zu erhalten. Wenn dort der grüne Bestand gelichtet, Sträucher ausgeschnitten und Bäume abgetragen – fachlich „auf den Stock gesetzt werden“ spielt das Arbeitsgerät seine Stärke voll aus: die durch sein Kurzheck bedingte Bauweise garantiert sicheres Arbeiten und Schwenken, ohne dass großräumige Absperrungen erforderlich sind und der Verkehr wesentlich beeinträchtigt wird. „Durch die kompakte Konstruktion kann man unbekümmert drehen. Man kann schneller arbeiten, sagen unsere Fahrer“, erklärt Franz Högl, Geschäftsführender Gesellschafter. Kaum erfolgte die Einweisung aller Maschinisten, ist das Gerät auf Achse und wickelt Einsatz für Einsatz ab. Es warten umfangreiche Aufgaben.

Neben Grünholzpflege ist die Maschine für Holzarbeiten vorgesehen. Dann arbeitet sie mit einer Baumschneidzange, entfernt die Wurzelstöcke und entsorgt das Schnittholz. Darüber hinaus soll sie Energieholz ernten. Dafür reichen die üblichen Sägen oder Äxte nicht aus – „mit Handarbeit alleine kommt man da nicht weit“, so der Firmenchef. Ein weiteres Betätigungsfeld sind der Straßenbau und Pflasterarbeiten. Aufgrund des Unternehmenssitzes in der Hallertau – dem weltweit größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet – sind Einsätze angedacht, wenn Wasserleitungen im Zuge der Bewässerung für die Hopfenbauern verlegt werden müssen. Darüber hinaus hilft der Bagger mit, Container mit Hopfenabfall zu leeren. Dieser rutscht oftmals nicht komplett aus der Mulde beim Abkippen. 150 Container setzt das Unternehmen zur Hopfenernte ein. Da bleibt es nicht aus, dass sie auch mal verbogen werden. Dann stellt sich der Bagger mit seinem Planierschild dagegen und unterstützt die eigene Werkstatt, wenn die Mitarbeiter diese wieder begradigen.

Der Cat M315F hält bei der Rodung die Verkehrssicherheit aufrecht. Foto: Högl

Als Trägermaschine konzipiert, hat der M315F alles an Bord, um Drücke und Durchflussmengen für bis zu zehn Anbaugeräte im Farbmonitor via Tool Control zu speichern und einzustellen. Dazu gehören Baumschere, Roderechen, Holz- und Sortiergreifer sowie Tief- und Schwenklöffel. Verwendet werden bestehende Anbaugeräte, aber auch neue. Ausgerüstet wurde der Bagger mit einer Hammer-Scheren- Hydraulik und als Schnellwechsler wurde ein CW30 gewählt. Für diesen wurde eine Anbauplatte organisiert, um eine Zange mit Adapter anbauen zu können. Denn was zählt, sind vielseitige Verwendungsmöglichkeiten. Die Zwei-Pumpen- Load-Sensing-Hydraulik mit Druck unabhängiger Durchflussverteilung steuert die Anbaugeräte feinfühlig und sorgt für schnelle Arbeitstakte, großes Hubvermögen sowie starke Reiß- und Losbrechkräfte. Spezifische Zusatzfunktionen lassen sich einem Joystick zuordnen, sodass der Fahrer selbst per Monitor festlegen kann, mit welcher Taste und/oder welchem Schiebeschalter er ein bestimmtes Anbaugerät steuern möchte.

Der neue Kurzheckbagger ersetzt einen Bagger, der noch aus der Maschinenfabrik Franz Eder aus Eging stammt und den Firmengründer Franz Högl Senior 1995 als eines der letzten Geräte erwarb. „Die Maschine hat all die Jahre wirklich gute Arbeit geleistet und war nie anfällig für große Reparaturen. Doch letzten Endes war mittlerweile die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben“, fällt der Seniorchef sein Urteil über die Maschine, die eine lange Laufzeit erfüllen musste – eine der Anforderungen, die der Betrieb an alle Geräte stellt.

Schon damals wurden die Eder Bagger parallel als Cat Maschinen von Zeppelin vertrieben. Damit gab es quasi erste Berührungspunkte – den neuen Nachfolger in Form des Cat M315F lieferte die Zeppelin Niederlassung München und ihr Verkäufer Josef Gruber. Daher fiel die Umstellung vom Vorgänger auf den Nachfolger auch leicht. Das neue Modell weist eine automatisch arbeitende Feststellbremse und Achsverriegelung im Arbeitseinsatz auf, was der Entlastung des Fahrers dient. Dazu tragen auch der neue Tempomat und die automatische Sperrfunktion der Schwenk- und Auslegerfunktionen für den Fahrbetrieb bei, die den früheren Sperrbolzen ablöst. Komfort verspricht die Fahrerkabine, zu der eine automatische Klimaanlage, eine verstellbare Lenksäule und ein vielfach justierbarer beheizter und luftgefederter Sitz gehören.

Ursprünglich war der Eder Bagger dafür vorgesehen, die Installation eines Hallenlaufkrans in der Vergärungsanlage zu unterstützen und einen Motor zu heben, wenn die Zentrifugen zwei Mal jährlich zu warten waren. Doch schnell nahm sich der Bagger weiterer Aufgaben an und entwickelte sich zu einem „Haus- und Hofbagger“, der für die verschiedensten Zwecke gebraucht wurde. So half er bei Bauvorhaben auf dem Betriebsgelände mit, das immer mehr erweitert wurde. Er hob das Fundament für das eigene Windrad aus und baggerte eigene, später dann auch fremde Baugruben aus. Wie der Vorgänger soll auch der Neue sich immer weitere Aufgaben zu eigen machen und das geforderte Einsatzspektrum bedienen.

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