GARCHING BEI MÜNCHEN (SR). Wenn ein bekannter Schokoriegel seinen Namen wechselt und die Werbung verspricht, dass sich sonst nichts ändert, gilt das nicht für Baumaschinen. So wird in Zukunft die bisherige VisionLink Software für das Flottenmanagement von Caterpillar den Zusatz Unified Fleet mit sich führen. Mit der neuen Version, die Ende November die bisherige ablöst, halten auch zahlreiche neue Funktionen Einzug. Damit verbunden ist etwa der Ausbau der Anwendung, mit der mittlerweile deutschlandweit über 3 400 Nutzer arbeiten, um anhand der erfassten Betriebs-, Produktions- und Servicedaten von Cat Maschinen sowie von Geräten anderer Hersteller Betriebsprozesse zu verbessern. Mit der nächsten Generation von VisionLink verbunden ist ein responsives Website-Design. Damit lassen sich nun Maschinendaten nicht nur über einen PC oder Laptop darstellen, sondern auch über Mobilgeräte, wie Smartphone und Tablet.

2017, Neues Level im Flottenmanagement, VisionLink Unified Fleet
Erfasst werden die Betriebsstunden, GPS-Position, gesamter oder tagesaktueller Kraftstoffverbrauch, aber auch
Arbeits-, Leerlauf- und Laufzeiten von Baumaschinen. In Zukunft soll außerdem die GPS-Position und Einsatzzeit
von Anbauwerkzeugen ermittelt werden und eine Werkzeugverfolgung eingeführt werden.

„Die bisherige Software war in einem Stadium angekommen, das sich nicht mehr weiterentwickeln ließ, sonst wären die aktive Flottensteuerung, die Abrechnung und das Controlling viel zu komplex und nicht mehr anwenderfreundlich geworden. Das wollte Caterpillar vermeiden und hat sich für eine neue und einfache Anwendung mit mehr Funktionalität entschieden“, erklärt Bernhard Tabert, verantwortlich bei Zeppelin für das Flottenmanagement, zu den Hintergründen der Umstellung. Dazu wurde die VisionLink-Oberfläche komplett überarbeitet, um besser mit Smartphones und Tablets arbeiten zu können. „Die Anwendung ist unabhängig davon, wo Anwender darauf zugreifen“, so Tabert. Mit Unified Fleet lassen sich bisherige Desktop-Funktionen nun am Smartphone und Tablet, ob mit Android- oder IOS-Betriebssystem, nutzen. Anwender können nun Betriebs-, Produktions- und Servicedaten von Maschinen unabhängig vom Arbeitsplatz auswerten. Die mobile Anwendung geht ebenfalls einher mit schnelleren Ladezeiten der Daten. Erfasst werden nach wie vor die Betriebsstunden, GPS-Position, gesamter oder tagesaktueller Kraftstoffverbrauch, aber auch Arbeits-, Leerlaufund Laufzeiten. Die Maschinen senden ihre Betriebsdaten permanent an einen Server, mit der webbasierten Software VisionLink Unified Fleet greifen die Anwender darauf zu. „Im Zuge des Internet of things, also des Internets der Dinge, werden smarte Geräte wie portable Smartphones und Tablets immer wichtiger, aber auch Sensoren, die Daten ermitteln und weiterleiten, um Arbeitsprozesse zu vereinfachen“, führt Tabert aus.

Doch angesichts der Datenflut tut eine Reduzierung der Datenmenge gut. Werkstattmitarbeiter, Disponenten oder Abrechner haben alle einen anderen Fokus bei der Datenauswertung und sollen in Zukunft schnell auf die Daten zugreifen können, die für ihre eigentliche Arbeit relevant sind. „Firmeninhaber und Geschäftsführer, die Investitionsentscheidungen treffen, sind in der Regel an der Laufzeit der Maschinen interessiert“, meint Tabert. Werkstattmitarbeiter wollen dagegen die nächsten anstehenden Serviceintervalle kennen, Bauleiter fragen die Auslastung ab oder wollen die Betriebsstunden der Maschinen auf einer bestimmten Baustelle wissen. Nun können sie mithilfe von VisionLink Unified Fleet die Daten selektiv auswerten und sich auf ihr jeweiliges Aufgabengebiet konzentrieren. „Hat früher jeder Mitarbeiter seine eigene Excel-Tabelle mit verschiedenen Daten geführt, haben alle Mitarbeiter nun die gleiche Datenbasis und somit eine einheitliche Gesprächsgrundlage zur Verfügung“, so der Produktmanager.

Von der Startseite www.myvisionlink.com aus haben die verschiedenen Anwender Zugriff auf mehrere Apps. Die Unified Fleet App ist gedacht für den Flottenmanager. Er bekommt eine Übersicht über die Flotte und Daten wie den Kraftstoffverbrauch, Leerlaufzeiten oder Standorte. Über einen Filter lassen sich Daten der Flotte auf bestimmte Baustellen oder Maschinentypen einfach reduzieren. Die Unified Administrator App richtet sich an den Administrator, der Gruppen erstellen, Nutzer verwalten und ihnen Berechtigungen zuweisen will oder Baustellenbegrenzungen erstellen soll. Die Unified Service App ist vorgesehen für Servicemitarbeiter, die Informationen über Fehlercodes oder den Zustand der Maschinen sowie anstehende Wartungsintervalle erhalten wollen. Die Unified Productivity App dient dem für die Produktion Verantwortlichen, um die exakte Leistung der Maschine analysieren zu können. Bei Cat Maschinen, die mit einer Cat Waage ausgestattet sind, wie zum Beispiel Radlader 966M XE und 972M XE oder Kettenbagger 336F XE und 352F XE, besteht die Möglichkeit im Hintergrund ein Analyseprogram laufen zu lassen, welches einen Aufschluss über die exakte Nutzung gibt. Die Auswertung kann auf das einzelne Arbeitssegment heruntergebrochen werden – alles andere wird ausgeblendet. So kann zum Beispiel beim Kraftstoffverbrauch der reine Füllvorgang der Schaufel isoliert betrachtet werden. Hierdurch lassen sich Schaufelform A zu B oder Zahnform C zu D einfach bezüglich Ladezeit, Kraftstoffverbrauch und Tonnage beurteilen.

Funktionen, die zum Beispiel den Service der Maschinen oder deren Produktivität betreffen, wurden ausgelagert, um das Programm schneller und schlanker zu machen. Darum wurde eine neue Software-Architektur genutzt und das gesamte Design erneuert, das sich auf Endgeräte automatisch einstellt. Es ist so ausgelegt, dass die Daten in einem übersichtlichen Format auf einen Blick auf einer neuen Oberfläche angezeigt werden. Das neue Programm ist besser in den Browser eingebettet. So können Nutzer leichter in den Anwendungen wechseln. Dazu lassen sich Browsertasten zum Vor- und Zurücknavigieren benutzen. Zum Vergleich: In der alten Version wurde, wenn die Rückwärtstaste betätigt wurde, die Seite neu geladen. Das hat sich erübrigt. Jetzt kommt man sofort in die vorherige Ansicht und die angezeigten Bilder und Daten bleiben bestehen.

In der neuen Version von VisionLink Unified Fleet gibt es anpassbare Dashboards oder Übersichten, die sich aus Widgets, quasi Fenstern, zusammensetzen. Darin können die für den jeweiligen Anwender relevanten Daten in Form von Tabellen oder Diagrammen dargestellt werden. Dazu lassen sich Filter bequem anlegen und Einstellungen speichern. Einmal eingestellt, bleibt der Filter erhalten, sobald man sich ab- und wieder anmeldet. Filter lassen sich aber jederzeit auch wieder aufheben. Nutzer können selbst festle- gen, welche Informationen sie auf dem Bildschirm in welcher Reihenfolge sehen wollen. So lassen sich zum Beispiel die Kraftstoffverbräuche aller aktiven Maschinen verfolgen oder nur auf eine bestimmte Maschinengruppe bequem eingrenzen. Wesentlich ist, dass sich gemischte Flotten anzeigen lassen. Die neue VisionLink-Version ist kompatibel mit dem Telematik-Standard AEMP. Das Datenformat AEMP 2.0, das seit kurzem zur Norm ISO 15143 3 geworden ist, wird den Datentausch zwischen ERP-Programmen auf der Kundenseite und allen Flottenmanagementsystemen wesentlich vereinfachen.

2017, Neues Level im Flottenmanagement, Vision Link Unified Fleet für Smartphone
VisionLink Unified Fleet kann ab Ende November auch auf dem Smartphone genutzt werden. Fotos (2): Caterpillar

Was die Flottenübersicht betrifft, gibt es noch weitere Veränderungen: Die Bildschirmansicht lässt sich so gestalten, wie es für den Anwender am übersichtlichsten ist. Zum Beispiel lassen sich verschiedene Spalten aus- und einblenden oder Widgets (Fenster) mit unterschiedlichem Inhalt anzeigen. Die Flottenübersicht lässt sich – wie schon bei der Vorgängerversion – auch in einer Karte darstellen. Hierzu lassen sich Satellitenansicht oder neu eine Hybridansicht, eine Mischung von Geländeübersicht und Satellitendarstellung, auswählen. Die Maschinenliste kann man filtern, etwa nach einzelnen Modellen. Außerdem werden nicht mehr alle Maschinen gleichzeitig angezeigt, sondern maximal 25. Sobald jedoch die Bildlaufleiste nach unten gescrollt wird, werden weitere Geräte automatisch geladen. Das hat zur Folge, dass sich niemand mehr zwischen den einzelnen Seiten durchklicken muss. Verbessert hat sich außerdem bei der neuen Software die Suchfunktion. Wer eine einzelne Maschine sucht, kann über die Lupe-Funktion die Seriennummer, Modelltyp oder die eigene Gerätenummer eingeben.

Auch bei der neuen Version von Vision- Link Unified Fleet wurde großer Wert auf Übersichtlichkeit gelegt. Das gilt insbesondere für die Berichte mit den Auswertungen, die sich als Excel-Tabelle herunterladen oder per E-Mail verschicken lassen, damit man die Daten weiterverarbeiten kann. Wer sich an die Excel-Berichte in der ursprünglichen Software gewöhnt hat, muss darauf nicht verzichten. Sie werden in die neue Anwendung integriert.  Was die Hardware betrifft, wartet VisionLink Unified Fleet ebenfalls mit einem neuen Baustein auf: Mit der neuen Produkt Link Hardware PL7xx wird die Fahrererkennung möglich sein. Verbunden damit wird auch die Zugangsberechtigung zur Maschine. In Zukunft soll die GPS-Position und Einsatzzeit von Anbauwerkzeugen ermittelt werden und eine Werkzeugverfolgung kommen – die Softwareoberfläche sei dafür schon vorbereitet. „Kunden wissen oftmals nicht exakt, auf welcher Baustelle sich gerade welches Anbaugerät genau befindet und ob es tatsächlich auch genutzt wird. Da bleibt viel Kapital liegen. Hinzu kommt, dass oftmals Poliere oder Bauleiter ein Werkzeug nicht freimelden, selbst wenn es nicht mehr gebraucht wird. Oder Anbauteile beim Beräumen der Baustelle einfach vergessen werden. Das führt dazu, dass man viel Zeit aufbringen muss mit lästigem Nachtelefonieren“, so der Produktmanager. Auch das soll bald passé sein.

2017, Neues Level im Flottenmanagement, VisionLink Unified Fleet mit neuer Software-Architektur
Neues Design und eine neue Software-Architektur samt neuen Funktionen bietet VisionLink Unified Fleet. Fotos (2): Zeppelin

2017, Neues Level im Flottenmanagement, VisionLink Unified Fleet mit neuer Software-Architektur

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