Nachdem das letzte Flugzeug gestartet ist, werden die Kettenbagger mit ihren schweren Hydraulikhämmern und den langen Meißeln in Position gebracht. Alle warten auf das Signal. Gegen 22.30 Uhr ist es soweit. Sobald die Freigabe erteilt ist, beginnen die Kettenbagger im Akkord zu hämmern. Dieses Szenario wiederholt sich am Flughafen in Frankfurt am Main seit dem Baubeginn am 18. April an fünf Nächten pro Woche. Im Auftrag des Flughafenbetreibers Fraport saniert dort die Johann Bunte Bauunternehmung ein Teilstück der Rollbahn Lima. Diese verläuft parallel zur Start- und Landebahn Center und ist eine der wichtigsten Rollbahnen am Flughafen Frankfurt. Unterstützt wird das Projekt auch von Miettechnik von Zeppelin Rental.

Der alte Oberbau wird auf engstem Raum ausgebaut und auf Sattelzüge geladen.

Der Flughafen Frankfurt ist der größte deutsche Verkehrsflughafen. Allein im April nutzten ihn insgesamt rund 5,4 Millionen Fluggäste. Die Rollbahn Lima musste der jahrelangen hohen Belastung Tribut zollen und wird nun auf einer Fläche von rund 46 000 Quadratmetern saniert. Im Zuge dessen setzt Johann Bunte auch neue Kabelschächte und verlegt etliche Meter Leerrohre für die Erneuerung der gesamten Befeuerung. Das Papenburger Unternehmen wickelt den Auftrag komplett aus seiner Niederlassung in Frankfurt ab.

Autoreifen über den Meißeln verhindern das Hochspritzen des Betons.

Um dieses Bauvorhaben bewältigen zu können, mietet Johann Bunte Maschinen aus der Mietflotte von Zeppelin Rental zu. „Wir haben uns für Zeppelin Rental entschieden, weil die Zusammenarbeit schon seit Jahren sehr gut klappt. Das Unternehmen ist ein zuverlässiger Partner mit dem man solche Großprojekte umsetzen kann“, erklärt Stefan Österreich, Zentraldisponent in der Maschinentechnischen Abteilung bei Johann Bunte. Außerdem verfügen die Servicetechniker der Schwestergesellschaft Zeppelin Baumaschinen im nahegelegenen Hanau über eine Dauergenehmigung für das Arbeiten auf dem Flughafen Frankfurt, was ein weiteres ausschlaggebendes Kriterium für Österreich darstellte. „Sollte eine Maschine ausfallen, können die Monteure schnell die Sicherheitskontrollen passieren und die Maschine wieder in Gang bringen.“

Von links: Key Account Manager Christian Naujok, Bauleiter Julian Zimmermann und Mietstationsleiter Denis Madunic.

Die Abwicklung des Mietauftrags übernimmt die Mietstation in Wiesbaden unter der Leitung von Denis Madunic. Zusammen mit Christian Naujok, dem verantwortlichen Key Account Betreuer von Johann Bunte, organisierte sein Team in kürzester Zeit vier Cat Hydraulikbagger 336F sowie je einen Cat Hydraulikbagger 336D und einen Cat Hydraulikbagger 330F mit Hydraulikhämmern und verschiedenen Löffeln und sorgte für den Antransport der Maschinen. Drei der 36-Tonnen-Hydraulikbagger kamen frisch aus dem Caterpillar Werk in Japan. Nachdem sie nach Bremerhaven verschifft worden waren und die Neumaschinenausrüstung in der Werkstatt von Zeppelin Baumaschinen in Achim bei Bremen durchlaufen hatten, wurden sie direkt nach Frankfurt auf die Baustelle geliefert. „Drei nagelneue Bagger mit Oilquick-Schnellwechslern – das ist auch für einige erfahrene Baggerfahrer ein absolutes Highlight“, schmunzelt Julian Zimmermann, projektverantwortlicher Bauleiter bei Johann Bunte.

Der Bagger wartet am Rand der Rollbahn auf seinen Einsatz.

Bei der Sanierung der Rollbahn Lima bestehen die größten Herausforderungen für das ausführende Bauunternehmen in der Logistik und dem engen Zeitrahmen, in dem die Arbeiten erledigt werden müssen. Damit das tägliche Verkehrsaufkommen bewältigt werden kann, muss die Rollbahn trotz der Sanierung von 6.30 Uhr bis 22.30 Uhr für Flugzeuge berollbar bleiben. Für die Bauarbeiten steht Johann Bunte deshalb von Montag bis Freitag pro Nacht ein Zeitfenster von rund acht Stunden zur Verfügung. Um sicherzustellen, dass morgens wieder eine geschlossene Asphaltdecke vorliegt, darf immer nur so viel Material ausgebaut werden, wie in derselben Nacht auch wieder eingebaut werden kann. Die Baufeldgröße liegt bei rund 650 Quadratmetern pro Nacht. Jede Nacht werden etwas über tausend Tonnen an Material abgebrochen, abtransportiert und unmittelbar durch einen neuen Oberbau ersetzt. 70 sogenannte ATBFelder (Aufbruch-Tragschicht-Binder) gilt es für das Bauunternehmen in den folgenden Monaten zu sanieren.

Um diese Herausforderung stets aufs Neue zu bewerkstelligen, müssen die verschiedenen Arbeitsabläufe wie Zahnräder ineinander greifen. Die schweren Bagger werden zunächst einzeln mit Tiefladern von der Baustelleneinrichtungsfläche innerhalb des Flughafens zum Einsatzort gebracht und dort abgeladen. Vor Beginn der Meißelarbeiten muss das Mischwerk bestätigen, dass die entsprechende Asphaltmenge für die Nacht gemischt ist. Erst wenn sichergestellt ist, dass in der Nacht Asphalt bezogen werden kann, nehmen die vier Cat 336F die Arbeiten auf. Auf engstem Raum werden dann Flächen von rund 15 Meter mal 45 Meter abgebrochen. Das durch die Meißel gelöste Material wird anschließend mithilfe von zwei Bunte-eigenen Cat Mobilbaggern und zwei weiteren Cat Hydraulikbaggern von Zeppelin Rental auf 20 Sattelzüge geladen und zu einem Lagerplatz transportiert. Dort wird es tagsüber gebrochen und zu Recyclingmaterial verarbeitet.

Das gebrochene RC-Material verwendet Johann Bunte im neuen Oberbau der Rollbahn als Frostschutzschicht wieder. Darüber werden die untere und die obere Asphalttragschicht mit zwei Cat Raupen beziehungsweise mit zwei Asphaltfertigern eingebaut. In einem letzten Arbeitsschritt folgt eine überhöhte Binderschicht. Insgesamt beträgt der Gesamtaufbau damit 80 Zentimeter.

Damit die Rollbahn pünktlich um 6.30 Uhr wieder in Betrieb gehen kann, muss der Asphalteinbau frühzeitig abgeschlossen sein. Aufgrund des kurzen Zeitfensters wird bei der Baumaßnahme Niedertemperaturasphalt verwendet, der sich durch eine rasche Abkühlzeit auszeichnet. Durch die hohen Radlasten der Flugzeuge kommt es dennoch zu geringen Verdrückungen im neuen Oberbau. Daher wird die überhöht eingebaute Binderschicht im Nachgang flächendeckend abgefräst und eine Asphaltdeckschicht aufgebracht. Voraussichtlich Ende Oktober können die Flugzeuge dann wieder auf einer völlig ebenen Bahn mit einer langlebigen Oberbaukonstruktion zum Start rollen.

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