Fahrer von Baumaschinen kommen immer dann ins Schwitzen, wenn sie zig Tonnen schwere Radlader und Ladung steuern, ohne den Raum rund um die Maschine einsehen zu können. Vor allem beeinträchtigen großvolumige Leichtgut- oder Hochkippschaufeln im Recycling oder Holzumschlag oftmals die freie Sicht nach vorne. Dieser aus der Kombination von Radlader und übergroßer Schaufel entstehende Nachteil musste bisher durch aufwendige organisatorische Schutzmaßnahmen im betrieblichen Ablauf, wie strikte Absperrung des Gefahrenbereiches für Personen, kompensiert werden. Doch eine beschränkte Sicht ist ab sofort passé: Dafür sorgen nicht alleine Seitenkameras und Rückraumüberwachung, sondern auch Zeppelin, Resch-Ka-Tec sowie MEKRAtronics. Gemeinsam entwickelten sie für solche Einsätze ein voll in die Schaufel integriertes Kamerasystem, das aus Front-Kamera, LED-Scheinwerfern und Reinigungssystem besteht.

Schaufelkamera

Wer einen Radlader mit übergroßer Schaufel sicher steuern muss, der ist auf ausreichende Sicht auf den Fahrweg nach vorne angewiesen. Diese ist aber nicht vollumfänglich gegeben. Abhilfe schaffen soll eine Kamera. Sie wurde zusammen mit den Scheinwerfern komplett in die Schaufel integriert. In einer gut geschützten Position unten im Schaufelrahmen, sodass Kamera und Scheinwerfer dem zu ladenden Material nicht in die Quere kommen. Damit sie vor äußeren Einflüssen sicher sind, sind Schaufelkamera und Scheinwerfer während des Beladens verdeckt. Erst wenn die Schaufel für den Transport bei voller Fahrt zurückgeklappt wird, ist das System aktiv. Schließlich soll nicht das Objektiv beschädigt werden. Zusätzliche Panzerglasscheiben, die austauschbar sind, halten den Schmutz fern von der Schaufelkamera und schützen vor Erschütterungen. Durch die integrierte Reinigungsanlage, lässt sich selbst bei widrigen Arbeitsbedingungen das Objektiv der Schaufelkamera optional per Druckluft freiblasen.

Das Kamerabild aus der Schaufel wird auf einen sieben Zoll großen Monitor übertragen, der in der Fahrerkabine direkt oberhalb der Armaturenkonsole positioniert ist. Darüber hinaus werden zwei zusätzliche Kameras links und rechts an den Handläufen am Aufstieg zum Fahrerhaus angebracht. Sie überwachen den Fahrweg im vorderen seitlichen Bereich neben der Schaufel, sodass kein toter Winkel übrigbleibt, wenn die Kameras die Bilder auf weitere zwei Monitore in der Kabine übertragen. Das System wird mit den Monitoren beim Starten der Maschinen automatisch aktiviert. Damit hat der Fahrer volle Kontrolle, was sich um seinen Arbeitsplatz abspielt. Damit der Fahrweg noch darüber hinaus ausgeleuchtet wird, sorgen die zwei in die Schaufel integrierten LED-Scheinwerfer. Um die Schaufel mit Kamera und Beleuchtung schnell vom Radlader trennen zu können, wurden alle Leitungen über eine ABS-Schnellkupplung mit einem einzigen Kabelstrang zur Kabine verlegt.

Schaufelkamera
Das Kamerabild aus der Schaufel wird auf einen sieben Zoll großen Monitor übertragen.

Schaufelkamera

Kamera auf dem Dach

Zusätzlich zur Schaufelkamera lässt sich auf Kundenwunsch auch eine Kamera auf dem Dach der Baumaschine befestigen. Denn sollte anstelle der Schaufel mit einem anderen Arbeitsgerät wie etwa Palettengabeln, Zangen oder Greifer gearbeitet werden, muss der Fahrer trotzdem nicht auf eine gute Sicht auf sein Arbeitsumfeld verzichten. Sobald die Schaufel abgekoppelt wurde, schaltet das System automatisch auf die Dach-Kamera um. Das einzige was dafür erforderlich ist, ist ein Schnellwechsler, der das Austauschen der Werkzeuge unterstützt.

Rückfahrkamera

Zeppelin, Resch-Ka-Tec und MEKRAtronics wissen, welche Anforderungen die Recyclingpraxis und der Materialumschlag verlangen. Sie haben das Kamerasystem genau darauf ausgerichtet und bieten daher für alle, denen eine serienmäßige Rückfahrkamera eines Radladers nicht ausreicht, die Möglichkeit, dieses zu erweitern. Es lässt es sich mit zusätzlichen Sensoren kombinieren. Ein akustisches und optisches Warnsignal wird abgegeben, wenn sich Personen oder Objekte im Arbeitsumfeld befinden, insbesondere in dem berühmt-berüchtigten toten Winkel. Hierzu zählen die MEKRAtronics PreView Radarsensoren. Damit kann der Fahrer insbesondere den Rückraum überwachen beziehungsweise weiß, was sich hinter seinem Rücken abspielt. Auch wenn das den Schulterblick nicht völlig ersetzen kann, hat der Maschinist eine bessere Kontrolle über den Aktionsradius, in dem er sich mit seiner Maschine bewegt.

Erhöht betriebliche Sicherheit

Die Abnahme des in enger Zusammenarbeit entwickelten Kamerasystems bei eingeschränktem Sichtfeld für Vorwärtsfahrten ist seitens Berufsgenossenschaft bereits erfolgt. Erfüllt werden die Sichtanforderungen nach MRL 2006/42/EG und EN 474-1:2006+A:2013 unter Einhaltung von ISO 5006:2006. Die Bewährungsprobe in der Praxis ist angelaufen. „Erste Anwendungen greifen darauf im Leichtgut- und Schüttgutumschlag zurück. Das Umfeld der Maschinen wurde sicherer und Fahrer werden von ihrer enormen Verantwortung entlastet. Damit lassen sich nicht nur Unfälle vermeiden, sondern auch Arbeitsprozesse beschleunigen“, so Dr. Hubert Mariutti, Leiter der Abteilung Service-Technik- Schulung bei Zeppelin. Sofern Kunden eine Leichtgutschaufel von Resch-Ka- Tec wählen, kann diese mit dem Schaufelkamerakit, der exklusive bei Zeppelin erhältlich ist, bestückt werden. Die Schaufelkamera ist verfügbar für Neu- und Gebrauchtmaschinen von Cat, aber auch Bestandsgeräte anderer Hersteller lassen sich damit ausrüsten. Damit lässt sich die betriebliche Sicherheit beim Umschlag mit Radladern erhöhen.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here