Ein Hellseher, so wird behauptet, kann in die Zukunft sehen und voraussagen, was alles eintreffen wird. Insofern wäre eine solche Eigenschaft eigentlich genau das, was die Fahrer von Baumaschinen aller Art und Größe bei so manchem Einsatz in der dunklen Jahreszeit brauchen könnten. Würden sie stets wenige Augenblicke zuvor wissen, was vor und neben ihnen passiert und was nicht, dann könnten sie sich bei ihrer Arbeit deutlich sicherer fühlen.

Doch das würde Magie erfordern, denn Fahrer sind leider keine Hellseher. Was aber durchaus weiterhelfen könnte, ist solide und zeitgemäße Technik. Also eine Hellseher-Kristallkugel in jeder Fahrerkabine? Nein, keineswegs! Eher kann uns der Begriff „Hellseher“ auf die Spur bringen: Jemand „sieht hell“. Nehmen wir das wörtlich, gibt es genau dafür heute Assistenzsysteme, die – hier schließen wir den Kreis – schon fast an Zauberei grenzen: LEDArbeitsscheinwerfer.

Je besser sich mit geeigneter Beleuchtung die Nacht zum Tag machen lässt, umso schneller, sicherer und produktiver kann in der Dunkelheit gearbeitet werden. Die Qualität der Beleuchtung beeinflusst Arbeitstempo, Effizienz und Sicherheit. Fotos: Zeppelin

Wer nun meint, Zauberei sei doch etwas hochgegriffen, sich aber bislang nicht mit LED-Beleuchtungstechnologie befasst hat, wird aus dem Staunen nicht herauskommen. Das beginnt schon mit der simplen Tatsache, dass jemand, der von einer „LED-Glühbirne“ spricht, sich damit als Laie erweist. LED steht nämlich für „light emitting diode“ („licht-emittierende Diode, auch kurz Leuchtdiode genannt). Demnach ist eine LED keine Glühbirne, sondern ein elektrisches Bauteil, ein sogenannter Halbleiter, der Licht ausstrahlt, sobald Strom fließt.

Aus diesem Grund haben LED weder Gasfüllungen noch Glühdrähte. Sie haben auch keinerlei zerbrechliche Glashüllen oder sensitive Elektroden wie Glühlampen, Halogen- oder Xenonlampen. Aber das sind noch längst nicht alle Vorzüge, die zum Staunen veranlassen: LEDScheinwerfer sind erheblich robuster, vibrations- und stoßfester als alle anderen Scheinwerfer. Unabhängig davon erzielen die Leuchtdioden qualitativ hochwertiger LED-Scheinwerfer eine unübertroffene Lebensdauer von bis zu 20 000 Stunden.

Wer sich mit LED-Beleuchtung beschäftigt, muss sogar umdenken, und zwar bei den Angaben zur Lichtstärke und Leuchtleistung. Viele verbinden damit – wie bislang bei Glühbirnen üblich – vorrangig die Watt-Angabe des Leuchtkörpers oder Scheinwerfers. Aber gerade das ist bei LED-Scheinwerfern irreführend, denn dieser Wert betrifft nur die Wirkleistung und den Stromverbrauch. Wieviel Licht der LED-Scheinwerfer erzeugt, verrät die Watt-Angabe hingegen überhaupt nicht.

Und das ist ziemlich schade, denn LEDScheinwerfer haben weitaus mehr Leuchtkraft als sämtliche anderen Beleuchtungsarten und können das Arbeitsfeld damit besser ausleuchten – und das bei drastisch reduziertem Energiebedarf. Mit anderen Worten: Bei einer Maschine mit vielen zusätzlichen LED-Scheinwerfern werden Lichtmaschine und Batterie nicht einmal so belastet wie mit nur einigen wenigen herkömmlichen Scheinwerfern.

Ein Blick auf den Globus offenbart, dass wir Deutschen hoch im Norden hausen. Deshalb ist Dunkelheit über fast die Hälfte eines jeden Jahres unser ständiger Begleiter. Obwohl so manche Baumaschine in der dunklen Jahreszeit weniger fleißig sein muss als sonst, bewegen sich doch viele Maschinen tagein, tagaus in Morgenund Abenddämmerung oder sogar in tiefer Dunkelheit, fern von jeder Straßen- oder Baustellenbeleuchtung. Dunkelheit bremst effiziente Arbeiten oft erheblich aus, lässt Fahrer und Maschine vorsichtiger, langsamer oder auch riskanter arbeiten – und erhöht damit das Sicherheitsrisiko. Abhilfe schafft die für den jeweiligen Einsatz maßgeschneiderte Beleuchtung einer Baumaschine. Doch dabei handelt es sich um einen weitgefassten Themenkreis, wo viel falsch gemacht werden kann.

Jederzeit können die LED-Scheinwerfer anstelle der vorhandenen herkömmlichen
Scheinwerfer montiert werden, bringen aber deutlich mehr Leuchtkraft,
brauchen weniger Strom und sind zuverlässiger

Scheinwerfer und Beleuchtung gehören zu den am wenigsten beachteten Einsatz- und Betriebsparametern von Baumaschinen. Deshalb bieten Produktspezialisten von Zeppelin eigens Beratungen an, um die Beleuchtung einer Cat Maschine einsatzspezifisch zu verbessern. Die Art der Scheinwerfer, deren Position und Anordnung auf der Maschine und die Abstimmung der Beleuchtung auf das Einsatzprofil haben oft entscheidenden Einfluss darauf, ob eher im Düstern gewerkelt oder effizient und produktiv gearbeitet wird.

In der Praxis gestaltet sich das jedoch manchmal recht grotesk: Maschinen mit Investitionswerten von 100 000 oder 200 000 Euro werden für Arbeiten, die in den Wintermonaten und somit über viele Stunden in Dämmerung und Dunkelheit ausgeführt werden, mit Zusatzscheinwerfern ausgestattet, die als Billigschnäppchen für 30 oder 40 Euro im Internet erworben werden. Besonders heikel ist dies, wenn Maschinen für den Arbeitsschutz massiv mit LED-Billiglampen aufgerüstet werden, um den Arbeitsplatz besser auszuleuchten. Billigscheinwerfer können später beim Einsatz in der Dunkelheit Produktivität, Effizienz und Arbeitstempo der Maschine so gravierend ausbremsen, dass der eingesparte Betrag mit besseren Scheinwerfern Tag für Tag leicht wieder eingefahren würde. Auch die Qualität spielt dabei eine immens wichtige Rolle: Scheinwerfer, die wegen Überhitzung, Feuchtigkeit, Staub, Stößen oder Vibrationen ausfallen, hemmen Dunkeleinsätze erst recht und mindern die Sicherheit. Im schlimmsten Fall führt mangelhafte Beleuchtung zu schweren Unfällen.

Das zunächst so einfach klingende Thema Beleuchtung und Scheinwerfer ist weitaus komplexer als gemeinhin vermutet. Deshalb hält Zeppelin neben der Beratung auch ein breit gefächertes Programm unterschiedlicher Nachrüstlösungen für die Leuchtenausrüstung jeder Baumaschine bereit. Das beinhaltet auch neueste LED-Technologie, wobei sich die meisten Scheinwerfer vom Kunden selbst einfach und problemlos, gewissermaßen durch „Plug-and-Play“, austauschen oder anbauen lassen.

Das muss keineswegs nur Maschinen von Caterpillar betreffen. Vielmehr lassen sich die qualitativ hochwertigen LED-Scheinwerfer aus dem Zeppelin-Programm auf jeder Baumaschine als zusätzliche Arbeitsscheinwerfer nutzen, ob auf Walze, Kleindumper, Deckenfertiger oder Kaltfräse. Um das Arbeitsumfeld besser und sicherer auszuleuchten, können LED-Zusatzscheinwerfer beispielsweise an Fahrerhaus, Hubarm oder Ausleger, an Hinterwagen oder Oberwagenheck montiert werden, je nach Projekt, Einsatzprofil und Baustellenanforderungen.

Äußerlich zum Verwechseln ähnlich – innen nicht: Der Halogen-Fahrscheinwerfer
(links) hat eine Glühbirne, der LED-Fahrscheinwerfer (rechts) keine. Beim ihm
leuchten Dioden. Er ist daher robuster, langlebiger und bei weitem lichtstärker.

Besonders wichtig ist das Überprüfen der Arbeitsbereich-Ausleuchtung dort, wo außergewöhnlich große, hohe oder breite Anbauausrüstungen verwendet werden. Wird eine mächtige Leichtgut- oder Hochkippschaufel, ein großvolumiger Schaufelseparator, ein hoher Schneeschild für den Winterdienst oder eine weit vorbauende Schneefräse angeschafft, sollte unbedingt auf die Ausleuchtung geachtet werden. Sonst kann es beim ersten Einsatz im Dunkeln eine unliebsame Überraschung geben, weil die Anbauausrüstung genau im Arbeitsbereich weite Schatten wirft.

Da bei Zusatz- und Arbeitsscheinwerfern an Baumaschinen höhere Beschleunigungs- und Stoßkräfte als bei anderen Maschinen und Fahrzeugen wirken, erweisen sich gerade hier LED-Scheinwerfer als ideal. Verglichen mit allen anderen Produkten moderner Beleuchtungstechnik, trumpfen LED-Scheinwerfer mit der längsten Lebensdauer auf und überdauern die bisherigen Beleuchtungen sogar um ein Vielfaches. Zudem wird das Arbeitsumfeld durch die hohe tageslichtähnliche Farbtemperatur mit LED-Scheinwerfern deutlicher und für das menschliche Auge fühlbar angenehmer ausgeleuchtet.

Auf den ersten Blick wirken Halogen- zwar günstiger als LED-Scheinwerfer, erzielen aber nur eine Lebensdauer von rund 500 Betriebsstunden. Ihr Wolframdraht, der das Licht erzeugt, ist empfindlich gegen Vibrationen, was häufige Lampenwechsel zur Folge hat. Xenon-Scheinwerfer widerstehen zwar Vibrationen gut und erreichen bis zu 6 000 Betriebsstunden, aber ihre Lebensdauer ist von der Häufigkeit des Ein- und Ausschaltens abhängig. Deshalb hätte ein Xenon-Rückfahrlicht nur eine kurze Lebensdauer.

Beachtlich ist die bei LED-Scheinwerfern realisierte Zunahme der Leuchtstärke, gemessen in Lumen. Ein Lumen (lm, lateinisch für Leuchte) bezeichnet den Lichtstrom, der von einer Lichtquelle ausgeht. Gemeint ist damit die Gesamtmenge des Lichtes, das aus dem Scheinwerfer, egal aus welchem Winkel, austritt. Während Halogen-Scheinwerfer mit etwa 1 100 bis 1 400 Lumen aufwarten und Xenon-Scheinwerfer auf rund 2 500 Lumen kommen, beträgt dieser Wert bei LED-Arbeitsscheinwerfern bis zu 6 000 Lumen, in Ausnahmen sogar mehr als 25 000 Lumen.

Zu unterscheiden ist bei solchen Angaben, ob es sich um theoretische oder effektive Lumen handelt. Überwiegend werden theoretische Lumenwerte angegeben, ein praxisferner Bruttowert, bei dem alle physikalisch bedingten und daher unvermeidlichen Verluste aufgrund von Optik und Wärme noch nicht abgezogen wurden. Dieser Trick führt nicht selten zu vermeintlich sehr hohen Werten – dann entspricht aber die theoretische Lichtleistung des LED-Scheinwerfers keinesfalls der tatsächlichen Helligkeit.

Erst in der Praxis zeigen sich dann Helligkeits- Verluste von bis zu 75 Prozent gegenüber den genannten theoretischen Lumen-Werten. Mit anderen Worten: Ein angeblich „extrem heller“ LED-Scheinwerfer mit 6 000 Lumen erzeugt effektiv nur 1 500 Lumen und entspricht damit im Betrieb in keiner Weise den Erwartungen. Wo daher jetzt drei oder vier Billigscheinwerfer nebeneinander montiert werden, wäre nur ein einzelner, aber guter erforderlich. Für die meisten Maschineneinsätze genügen LED-Scheinwerfer mit etwa 1 400 bis 3 000 effektiven Lumen.

Für bestimmte Einsatzprofile empfiehlt es sich, unterschiedliche LED-Scheinwerfer
zu kombinieren, um hinter einem Radlader sowohl den nahen als auch
etwas weiter entfernten Rückraumbereich bestmöglich zu beleuchten

Beachtet werden sollte außerdem, welche Schutzklasse ein LED-Scheinwerfer haben sollte, wie gut er also gegen Staub und das Eindringen von Wasser geschützt ist. So weist die Schutzart IP69K auf die Eignung für Hochdruckstrahlreinigung bei hohen Temperaturen hin. Die Kennziffer sechs steht für Schutz gegen das Eindringen von Staub, die neun für den Schutz bei Hochdruckreinigung mit geringem Abstand, das K für hohe Temperaturen des dabei verwendeten Wassers. Deshalb sollten LED-Arbeitsscheinwerfer, die dort montiert werden, wo starke Verschmutzungen auftreten, die Schutzart IP69K haben und hochdruckreinigerfest sein.

Weil LED-Leuchten im Dauerbetrieb und bei wenig Belüftung sehr heiß werden können, sollte die Montage an Stellen vermieden werden, die sich stark erwärmen und wo die Wärmeabfuhr begrenzt ist. Die Lichtleistung fällt bei Überhitzung stark ab, bei hundert Grad Celsius wird nur noch rund die Hälfte des Maximalwertes abgegeben. Zudem verkürzt häufiges starkes Erhitzen die LED-Lebensdauer. Daher kann sogar das regelmäßige Reinigen der Kühlrippen dazu beitragen, die Lebensdauer eines LED-Scheinwerfers zu verlängern.

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