Antriebsmotor Nassabbau

    Ein neuer Cat 340F LRE holt Sand und Kies aus neun Metern Tiefe

    1917

    Blind zu baggern ist eine Kunst, die nur ganz wenige beherrschen. Einer, der es kann, ist Jens Boock. Mit seinem neuem Arbeitsgerät, einem Cat Bagger 340F LRE, taucht er den Stiel ein in trübes Nass und zwar in bis zu neun Metern Tiefe, um Sand und Kies herauszuholen. Der Nassabbau ist Antriebsmotor für die Kieswerke Nord aus Bad Segeberg einen neuen Bagger mit großer Reichweite und einem 18 Meter langen Ausleger einzusetzen. Die Einsatzbedingungen, mit denen Maschinisten wie Jens Boock umgehen müssen, stellen aufgrund der stark bindigen Vorkommen besondere Anforderung – sowohl im Abbau selbst als auch in der Aufbereitung, damit daraus 150 verschiedene Produkte für den Straßenbau entstehen.

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    Langsam muss sich der Fahrer des neuen Cat 340F LRE vortasten, um den 1,6 Kubikmeter großen Löffel zu füllen. „Man entwickelt mit der Zeit das entsprechende Gefühl“, meint er. Er kann dabei auf entsprechende Erfahrung und Routine zurückgreifen. Sobald er den vollen Löffel aus dem Wasser zieht, muss das überschüssige Wasser herauslaufen können – zu diesem Zweck wurden eigens Löcher in den Löffelboden gebohrt – das Sand- und Kiesgemisch muss erst abtropfen, bevor er dann um 90 Grad schwenkt und dieses zielsicher aufgehaldet werden kann. Kies und Sand werden von den Kieswerken Nord am Standort seit 2012 gewonnen – vorher wurden die Vorkommen per Trockenabbau und Radladertechnik ausgebeutet, doch die Kieswerke Nord stellten auf den Nassabbau um, um die Lagerstätte auf sieben Hektar Fläche weiter erschließen zu können. Deswegen auch der Bagger mit Longfront-Ausleger – er soll ausreichend Abstand zum Ufer halten und nichts an Standsicherheit einbüßen. 850 Millimeter breite Bodenplatten plus ein Kontergewicht gewährleisten die erforderliche Stabilität.

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    Ausgerichtet wurde die Baumaschine, um die Produktion im Abbau zu steigern und Betriebskosten zu senken. Leistung bringt der Cat Acert-Motor C 9.3 auf Basis der EU-Abgasstufe IV mehr als genug für die Hydraulik, um zweitausend Tonnen Material am Tag mit Geschwindigkeit und Präzision zu bewegen. „Wir haben es hier aufgrund des langen Auslegers schon mit einer besonderen Maschine zu tun, weswegen hier der Fahrer physikalische Gesetze der Hebelwirkung gezielt berücksichtigen muss“, meint Firmeninhaber Torsten Ahlert. Für den Cat 340F LRE hat er sich aufgrund der Wirtschaftlichkeit entschieden – die Maschine bietet mehr Einsatzmöglichkeiten – selbst im Anschluss an den Nassabbau – als die Alternativen Seilbagger oder Saugbagger, welche eher theoretisch zur Disposition standen. Außerdem ist sie im Vergleich dazu einfach zu bedienen. Was auch noch gegen eine Saugbagger spricht: Das abzubauende Vorkommen wäre viel zu klein für die ganze Anlagentechnik samt der dahinter geschalteten Rückhaltebecken.

    Der Baggerstiel taucht ein in trübes Nass, um an die Sand- und Kiesvorkommen zu kommen.
    Der Baggerstiel taucht ein in trübes Nass, um an die Sand- und Kiesvorkommen zu kommen.

    Zum ersten Sichtkontakt mit dem neuen Arbeitsgerät kam es auf der bauma, als Torsten Ahlert seine Investition in Augenschein nahm, die er vom Papier weg in Auftrag gab. „Technische Daten waren maßgeblich, da wir hier nicht auf eine Standardausführung zurückgreifen. Die Maschine muss unsere Vorgaben hinsichtlich Volumina erfüllen.

     Die Baggerumarmung macht die Reichweite des Auslegers deutlich.

    Die Baggerumarmung macht die Reichweite des Auslegers deutlich.

    Für Caterpillar spricht das Gesamtkonzept, das auf dem Paket Service und Finanzierung basiert“, führt Torsten Ahlert aus. Seine Frau Claudia ergänzt: „Warum soll man seinen Hauptlieferanten wechseln, wenn man damit zufrieden ist. Zeppelin, das ist keine anonyme Hotline, sondern hinter dem Unternehmen stehen Menschen.“ Einer ist Dirk Carstensen, der als Verkäufer das Unternehmen betreut.

    Geschäftsführer Torsten Ahlert (Mitte) und seine Maschinisten wie Jens Boock (links), Ingo Wagner (Zweiter von rechts) und Rudi Magmussen (rechts), zusammen mit Dirk Carstensen (Zweiter von links), Zeppelin Verkäufer der Niederlassung Hamburg.
    Geschäftsführer Torsten Ahlert (Mitte) und seine Maschinisten wie Jens Boock (links), Ingo Wagner (Zweiter
    von rechts) und Rudi Magmussen (rechts), zusammen mit Dirk Carstensen (Zweiter von links), Zeppelin Verkäufer der Niederlassung Hamburg.

    Die Zusammenarbeit zwischen Rohstoffbetrieb und Baumaschinenhändler ist mit den Jahren gewachsen. „Das hat sich mit der Zeit entwickelt“, so Torsten Ahlert, der heute den Betrieb mit 23 Mitarbeitern leitet.

    Firmeninhaber Torsten Ahlert und seine Frau Claudia stellten auf den Nassabbau um, damit sie die Lagerstätte auf sieben Hektar Fläche weiter erschließen können. Fotos: Zeppelin
    Firmeninhaber Torsten Ahlert und seine Frau Claudia stellten auf den Nassabbau um, damit sie die Lagerstätte auf sieben Hektar Fläche weiter erschließen können. Fotos: Zeppelin

    Maschinen gegen den Willen der Mitarbeiter durchzusetzen, kommt für den Unternehmer nicht in Frage. Deswegen macht er immer von der Möglichkeit Gebrauch, im Vorfeld Geräte auszuprobieren. Nicht nur die Meinung von Jens Boock ist dann gefragt, sondern auch die von Rudi Magmussen, der den Cat 966K XE bedient, oder die von Ingo Wagner, der den Cat 320EL steuert. „Winken dann die Mitarbeiter die Technik ab, findet sie nachher auch leichter Akzeptanz im Betrieb“, so der Firmenchef. Mit seiner Belegschaft diskutiert er über die Ausstattung, insbesondere Details wie die Lenkung oder den Sitz, aber auch die Federung. „Heute sind die Geräte voll ausgerüstet. Alleine die Klimaanlage war früher ein Luxus, auf den heute niemand verzichten würde, aber der inzwischen als selbstverständlich erachtet wird“, erklärt seine Frau Claudia Ahlert. Ein Umstand, den Jens Boock an seinem neuen Arbeitsplatz nicht mehr missen möchte.

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